Nein zur allgemeinen Rentenalterssenkung

Bisher hat das Schweizer Stimmvolk sämtliche linken Vorstösse zur Senkung des AHV-Rentenalters verworfen. Daher wohl haben die Gewerkschaften mit der neusten Initiative eine Grenze gesetzt: Wer mehr als 120'000 Franken verdient, kommt nicht in den Genuss des vorzeitigen Rücktritts mit voller AHV ab 62. Die entscheidende Frage lautet: Wie hoch ist der Anteil der Erwerbstätigen, die weniger verdienen? Die Berechnungen des Bundes enthüllten erstaunliche Zahlen: 98 Prozent der Frauen und 85 Prozent der Männer haben ein Einkommen unter 120'000 Franken. Fast alle Berufstätigen könnten demnach mit 62 die ungekürzte AHV-Rente beziehen. Vom Anspruch der Gewerkschaften, vor allem unteren Einkommensschichten die vorzeitige Pensionierung zu ermöglichen, ist nicht viel übrig geblieben.

Ich halte diese linke Initiative mit ihren Milliardenkosten für verantwortungslos. Wir werden glücklicherweise immer älter und dies bei besserer Gesundheit als jemals zuvor. Die geburtenstarken Jahrgänge treten jetzt ins Rentenalter ein. Ihnen folgen Zeiten mit viel weniger Geburten. Das heisst, dass immer weniger Berufstätige die AHV-Renten für immer mehr ältere Menschen erarbeiten müssen. Meiner Meinung nach sollten in dieser prekären Lage nicht Frühpensionierungen gefördert, sondern jene belohnt werden, die auch im Rentenalter noch arbeiten. Deshalb ist die linke AHV-Initiative am 30. November 2008 abzulehnen.

Urs Meyer, Ruswil LU