«Warum steht das nicht in der NZZ?»
Die «Schweizerzeit» Werbung mit diesem Spruch freut mich. Ich hatte die «NZZ» jahrelang abonniert, damit aber aufgehört. Ich kenne somit dieses Blatt. Die gestellte Frage kann so beantwortet werden: In der Tat, sehr vieles, was uns Normalsterblichen auf der Seele lastet, ist in der «NZZ» nicht zu finden. Dies ist so, weil die «NZZ» in ihrer Abgehobenheit für die Menschen in der obersten Stufe der Bedürfnispyramide gemacht zu sein scheint. Dort hat man viel Geld, kennt kaum Probleme (ausser selbstgemachte), kann sich alles sofort leisten, wohnt im Millionärsghetto, wo nie ein Asylant seinen Fuss hinsetzt und schaut mit Befremden auf die kleinen Probleme der Plebs hinunter. Stattdessen beschäftigt man sich stunden- oder seitenlang mit den neuesten Dior- und Chanel-Kollektionen oder mit der neuesten Pereira-Produktion am hiesigen Opernhaus, die so teuer sind, dass nur Pyramiden-Spitzenleute sie sich leisten können. In der «NZZ» feiert die political correctness Urständ. Alles andere wäre ja primitiv und somit einer Elite unwürdig. Wer sich nicht zu den Multimillionären zählt, tut gut daran, von der «NZZ» die Finger zu lassen. Es droht sonst eine Depression.
Dr. Georg Stamm, Embrach ZH