Unser Nachrichtendienst
Mit viel Interesse und Zustimmung habe ich den Artikel von Léon Gaucheret «Unser Nachrichtendienst» (SZ Nr. 8 vom 16. April 2010) gelesen. Ich bin sehr mit ihm einverstanden, dass unser Nachrichtendienst in den Zeiten des Zweiten Weltkrieges gut war. Aber ich möchte ergänzend feststellen, dass er auch heute sehr erfolgreich ist.
Heute sind der Auslandnachrichtendienst SND und der Inlandnachrichtendienst (Bundespolizei, danach «Dienst für Analyse und Prävention» DAP genannt), im neu gegründeten «Nachrichtendienst des Bundes» NDB zusammengeführt. Unter der Leitung von Dr. Markus Seiler und der Oberleitung des VBS-Chefs Ueli Maurer.
Es liegt in der Natur der Sache, dass die «Erfolge» der Nachrichtendienste selten sofort publik gemacht werden können. Die erfährt man dann erst Jahre später. Pannen hingegen treten stets sofort zutage. Das ergibt aktuell stets ein ungünstiges Bild ihrer Arbeit und schürt Misstrauen über ihre Informationsbeschaffung, ja Zweifel über ihre Daseinsberechtigung.
Ich kann Ihnen, als ex-Insider mit guten Kontakten zum heutigen NDB, glaubhaft versichern, dass der neue Dienst ausserordentlich gute Arbeit leistet (es ist ja so schade, dass man darüber nicht mehr Details bekannt geben darf). Und ich verstehe jene rechtsbürgerlichen Kreise wirklich nicht, welche heute unserem Nachrichtendienst mit Misstrauen begegnen und seine begründeten Forderungen nach zusätzlichen Kompetenzen ablehnen. Der NDB «schnüffelt» in keinerlei Weise irgendwelche «unbescholtenen Schweizer» aus. Er sammelt nur jene Daten, die für die Sicherheit unseres Landes nötig sind, denn dafür ist er ja da und wird dafür bezahlt. Wenn man das nicht will, dann kann man ihn ja gleich abschaffen.
Wem an der Sicherheit unseres Landes wirklich liegt, sollte vermehrt für den NDB eintreten. Markus Seiler als dessen Leiter und Bundesrat Ueli Maurer als dessen oberster Chef geben uns Gewähr, dass dort weiterhin alles richtig läuft.
Dr. Roland Burkhard, Bern, ehemaliger stv. Chef Bundespolizei bzw. DAP