Warum sind Minarette gefährlich?

Bei der Lektüre der «New York Times» auf einem Rückflug aus den USA wurde ich auf ein soeben erschienenes Buch des bekannten amerikanischen Publizisten Christopher Caldwell (Christopher Caldwell: Reflections on the Revolution in Europe, Allen Lane, 2009) aufmerksam, das sich mit dem Phänomen und den Gefahren der Immigration nach Europa, im Besonderen der Islamischen, auseinandersetzt. Es ist umso bemerkenwerter, als für einen Amerikaner hinter der Analyse kaum politische oder ideologische Absichten liegen dürften. Die Gründlichkeit seiner Recherchen bezeugt die reichhaltige Quellenangabe, ein Buch dessen Lektüre unserem lieben Präsidenten der Antirassismus-Kommission Georg Kreis, wärmstens zu empfehlen wäre.

Als erstes weist Caldwell darauf hin, dass das Ausmass der derzeitigen Immigration in der Geschichte Europas einmalig ist. Die Anzahl der Barbaren, die in das zerfallende Römische Reich eingefallen waren, ist im Verhältnis zur einheimischen Bevölkerung bei weitem nicht mit der heutigen Migrationsbewegung zu vergleichen. Da sie sich als Krieger und nicht als Träger einer eigenen Kultur fühlten, haben die Barbaren zwar die einheimische Römische Kultur beeinflusst, aber auch assimiliert. Das Ausmass der heutigen, historisch einmaligen Migrationsbewegung nach Wetseuropa ist somit an sich schon als eine Gefahr zu betrachten.

In seinem Buch widerlegt der Autor klar die weit verbreitete, politisch korrekte Behauptung, die Immigration würde zum Wohlstand beitragen. Er bestätigt auch die bereits vom Deutschen Oekonomen Prof. Sinn vertretene These, dass Einwanderer erst nach dreissig Jahren Aufenthalt im Land dazu beitragen die Sozialwerke zu finanzieren, bis dahin stellen sie nur eine finanzielle Belastung dar. Doch kommen wir zum Problem der Minarette.

Für Caldwell stellt nicht die Islamische Religion an sich die wahre Gefahr dar, sondern die Islamische Gesellschaft, die sie unweigerlich begleitet, eine ganz entscheidende Unterscheidung. Er hebt besonders hervor, dass der Islam als starker Identifikationsfaktor für alle Einwanderer aus Islamischen Ländern dient und zwar auch für die, die ihre Religion nicht praktizieren. Die Nordafrikaner, Pakistani oder Araber in Europa fühlen sich in erster Linie Muslime und nur in zweiter Linie Bürger einer Nation. Jenseits der unterschiedlichen Strömungen des Islams, gilt ihre Loyalität vor allem immer dem Islam und nur an zweiter Stelle der zivilen Nation die sie aufgenommen hat oder dessen Pass sie besitzen. Dies erklärt die Tatsache, dass auch Muslime die sich als gemässigt erklären und mit Worten die Terrorgewalt ablehnen, in der Prävention praktisch nie mit den Behörden zusammenarbeiten.

Man muss endlich zur Kenntnis nehmen, dass der Islam keine Trennung von Religion und Gesellschaft kennt. Es muss aufgehört werden alle, die diese Tatsachen kritisieren, der Intoleranz und des Rassismus zu bezichtigen, wie dies die Anti-Rassismus Kommission tut: wer tolerant mit Intoleranten ist, kapituliert. Wenn christliche Kircheninstanzen im Namen der Religionsfreiheit Toleranz für die Errichtung von Minaretten in der Schweiz fordern und dabei übersehen, welche Bedrohung Islamische Gemeinschaften in unseren Breitengraden für die christliche Religion darstellen, handeln sie gelinde gesagt verantwortungslos.

Caldwell macht in seinem Buch darauf aufmerksam, dass in Grossbritannien bereits heute in verschiedenen Städten der Anteil der Muslime an der Wohnbevölkerung zwischen 35 und 42 Prozent beträgt und wohl bald zur Mehrheit werden. Da möchte ich die Frage an unsere Bürger stellen, ob sie davon überzeugt sind, dass in einem mehrheitlich von Muslimen besetzten Gemeinderat einem Kredit zur Erhaltung eines christlichen Denkmals noch zugestimmt würde. Meine Antwort ist ein entschiedenes Nein.

Sich gegen den Bau von Minaretten zu wehren, hat nichts mit einer Beschränkung der Religionsfreiheit in unserem Lande zu tun, es ist nur ein Zeichen des Widerstandes gegen ein starkes Symbol der Expansion einer Islamischen Gesellschaft in Europa und in unserem Land – mit allen voraussehbaren Folgen für die Werte unserer Zivilgesellschaft mit ihren christlichen Wurzeln und der Trennung von Staat und Religion. Das Verbot von Minaretten ist kein Akt der religiösen Intoleranz, sondern eine Selbstverteidigung gegen die Expansion in der Schweiz einer uns fremden, vom Islam geprägten Gesellschaftsordnung.

A. von Wyttenbach, Minusio TI