Ein
Märchen oder ewige Weltgeschichte?
Der gierige Prinz
Es lebte einmal vor sehr langer Zeit ein Prinz in einem kleinen Land von Bauern. Er glaubte, dass er besser wäre als all die andern und wollte mehr Macht erlangen. So verbreitete er unter seinen Landsleuten Angst vor einer angeblichen Horde barbarischer Feinde aus dem Norden. Er machte ihnen den Vorschlag sie zu beschützen, indem sie ihm 10 Prozent ihrer Ernte abgäben, um damit ein Bollwerk zu errichten.
Die Bauern, alles Selbstversorger,
willigten ein. Er verkaufte die erhaltene Ware, erhielt dafür Goldmünzen
um damit im Falle einer drohenden Gefahr Waffen zu besorgen. So geschah es,
dass der Prinz innert kürzester Zeit zum wohlhabendsten Menschen im Land
wurde.
Aber er wollte noch mehr!
Er überlegte sich wie er es anstellen möge um an Einfluss und Macht zu gewinnen. Importierte dann aus fremden Ländern Gebrauchsgegenstände, Stoffe, Gewürze und vieles mehr, um es den Bauern zum Kauf anzubieten.
Doch diese besassen zu wenig Geld um die edlen Waren zu kaufen. Also beschloss der Prinz auf seinem Grundstück Kohle abzubauen, um diese in ferne Länder zu verkaufen. Die Bauern konnten nun ihre zusätzlichen Batzen als Arbeiter beim Prinzen verdienen. Bald darauf entdeckte man durch die Grabungen Eisen-, Silber und Goldvorkommen. Das Geschäft florierte und immer mehr Bauern arbeiteten beim Prinzen. Zuerst Teilzeit, später dann Vollzeit; da es hier mehr zu verdienen gab als auf dem eigenen Hof.
Der Prinz wurde zum vollkommenen Händler und Banker. Mit dem Verdienst aus seinen Minen besorgte er wieder Importware und die Geldspirale drehte sich immer schneller. Bald kaufte er von den Bauern das Land ab und baute darauf riesige Hallen, in denen er eigene Produkte wie Kleider, Schuhe, Geschirr und so weiter herstellen konnte. Die Wirtschaft wurde angekurbelt es wurde gekauft und verkauft, importiert und exportiert.
Es kam die Zeit als jeder im Land bei ihm angestellt war und sein Einfluss und seine Macht stiegen unaufhörlich. Er kontrollierte wie viel Geld im Umlauf war und was die Menschen zu tun hatten. Mit Gesetzen und Steuern holte er sich noch zusätzliches Vermögen um angeblich öffentliche Strassen zu bauen, welche aber in Wirklichkeit seine Fabriken mit dem Ausland besser erschlossen. Irgendeinmal war ihm das alles immer noch zu wenig. Es gelüstete ihn nach mehr. Er wollte seine Macht in fremden Ländern ausbauen und wirtschaftete immer mehr über die Grenzen hinaus; wobei er merkte, dass seine Arbeiter im eigenen Land zu viel verdienten! Also holte er Billigarbeitskräfte aus fernen Ländern und entliess seine Leute.
Nun brach das Elend über
das Land. Menschen die sich früher selber versorgten waren plötzlich
ohne Hab und Gut am Betteln. Kein Geld, ausgesogen bis aufs Blut durch den
Prinzen. Es gab Scharmützel und Verbrechen. Diebstahl war an der Tagesordnung.
So griff der Prinz wieder in die Trickkiste und führte ein Überwachungs-
und Polizeistaat ein um der "Ursache" Herr zu werden.
Mit Strafen und Strafarbeit konnte er jetzt seine Waren zum Nulltarif herstellen
und musste keine Löhne mehr bezahlen. Er hatte alles und alle waren seine
Sklaven. Fortschritt und Technik schritten voran. Der Geldverkehr wurde über
einen unter die Haut eintransplantierten Chip abgewickelt, welcher auch zuverlässige
Daten über Gesundheitszustand und Aufenthaltsort der jeweiligen Person
übermittelte.
Er hatte alles, alle waren
seine Sklaven. Und wenn er nicht gestorben ist so hat er heute immer noch
die Gier auf "mehr".
Die Moral von
der Geschichte
Überlasst eure Zukunft nicht falschen Prinzen. Lasst euch nicht einschüchtern. Mehr Eigenverantwortung und gesunder Menschenverstand. Weniger ist Mehr. Denkt an eure Kinder und dessen Zukunft. Unsere Landwirtschaft, die Berge, Seen und unser Wasser sind das kostbarste Gut. Tragen wir Sorge dazu, damit unsere Kinder eine Zukunft haben.
Darum Nein am 25. September
M.L., ein besorgter
Familienvater