Quo vadis, Helvetia?
Um die Schweiz war es auch schon besser bestellt als gegenwärtig. In der Politik geht es weniger um die Interessen von Land und Volk als vielmehr darum, den politischen Gegner zu bekämpfen und die eigenen Ideologien zu vermarkten. Kollektives Selbstbewusstsein hat in dieser Kultur keine Chance und schon Ansätze dazu werden im Keime erstickt. Demonstriert haben dies nicht zuletzt die Macher der Ausstellung im umgebauten Landesmuseum mit dem bewussten Verzicht auf die Thematisierung nationaler Identität.
Beeinflusst wird die Schweizerische Politik nicht unerheblich durch fremde Mächte sowie in- und ausländische wirtschaftliche, ethnische und konfessionelle Interessengruppen, deren Pressionen letzten Endes meist mit Nachgeben begegnet wird, was zu weiteren Forderungen einlädt.
Gerne siedeln sich internationale Unternehmen in der Schweiz an, um die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zu nutzen, wogegen nationalwirtschaftliche Interessen, wenn überhaupt, nur soweit Beachtung finden als eine andere Haltung kontraproduktiv wäre. Ähnlich verhält es sich mit Doppelbürgern. Für viele ist die Schweiz primär materielle Heimat, während sie bezüglich Kultur über Generationen, wenn nicht für immer, ihrem Ursprungsland verhaftet bleiben.
Ein hoher Lebensstandard wird von Zugewanderten als gesichert angesehen. Im Berufsleben durch gute Entlöhnung, andernfalls sorgen Renten- und Arbeitslosenversicherung und gegebenenfalls Sozialhilfe für rechtes Auskommen. Einsitzende Kriminelle erhalten, neben Kost und Logis, noch ein Salär und können so monatlich einige hundert Franken an ihre Sippschaft im Ausland schicken. Gesellschaftliche Probleme werden eher bewirtschaftet denn gelöst, hat sich doch längst ein privater und staatlicher Sozialkommerz fest etabliert.
Die sozialwirtschaftliche Anziehungskraft der Schweiz wird durch die Entwicklung der Bevölkerung belegt. So hat diese in den vergangenen fünfzig Jahren um fast 50 Prozent auf etwa 7.7 Millionen zugenommen, verglichen mit knapp 20 Prozent auf etwa 8.3 Millionen im topographisch und wirtschaftlich ähnlich gelagerten, aber doppelt so grossen Nachbarland Österreich. Geht die Zuwanderung unkontrolliert weiter, sind wirtschaftliche und soziale Wirren nicht auszuschliessen.
Eine Nivellierung der Schweiz auf europäische soziale Verhältnisse ist absehbar, was bei der Arbeitslosigkeit, sofern sie umfassend ausgewiesen würde, bereits weitgehend der Fall ist, genau so wie sie auch von der Finanz- und Wirtschaftskrise, entgegen ursprünglicher Expertenmeinung, nicht ausgespart blieb. Zu erwarten ist zunehmend ein Leben von der Substanz durch Verkauf von Unternehmen sowie Grund und Boden an ausländische Investoren und Spekulanten. Vorschub geleistet wird dieser Entwicklung zudem durch die Umnutzung landwirtschaftlicher Flächen mangels Rentabilität einer bäuerlichen Bewirtschaftung.
Das Volk hat längst gemerkt, dass es von Politikern nach dem Motto «was kümmert mich mein Geschwätz von gestern» getäuscht und den Medien, die ihren ideologischen Vorlieben und Aversionen frönen, manipuliert wird. Die Vorbereitungen für den Anschluss an «Gross-Europa» sind mit dem Import entsprechenden Gedankengutes über die Asyl- und Einbürgerungspolitik sowie den unregulierten Zustrom ausländischer Arbeitskräfte in Wirtschaft, Administration und Bildung in die Wege geleitet. Der praktizierte politische und wirtschaftliche Egoismus wird bald Ernüchterung Platz machen, dann allerdings dürften die Optionen für Korrekturen verwirkt sein.
Heinrich Hess, Seuzach ZH