Gleichgewicht zwischen Kapital und Arbeit
Die weltweite Finanzkrise zeigt deutlich auf, dass die beiden für die Wirtschaft unabdingbaren Komponenten, Kapital und Arbeit, nicht in einem vernünftigen Gleichgewicht stehen. Bei den Bilanzsummen der Banken fehlt der richtige Bezug zur Realwirtschaft und dem jeweiligen Bruttoinlandprodukt. Und bei den Bankprodukten, insbesondere den Derivaten, wird zu oft mit einem grossen Hebel ohne eigentliche Leistung unverschämt viel Geld verdient.
Dieses riskante Kasino können sich allerdings nur extrem reiche Private, sehr reiche, institutionelle Anleger oder die Banken selber mit Scheinmitteln leisten, wobei sie, wie wir wissen, nach einer gewissen Zeit vor lauter Gier scheitern und dann die gesamte Finanzwelt in den Abgrund reissen. Helfer all dieser reichen Hasardeure sind jene Banker, die diese Kundschaft mit schamlosen Produkten bedienen und, da ihnen diese kapitalkräftige Kundschaft treu ergeben ist, weiterhin ohne eigentliche Leistung unanständige Boni kassieren.
Wir zertifizieren Medikamente, Lebensmittel, Autos und vieles mehr. Wer zertifiziert unsere Bankprodukte? Es wäre an der Zeit, eine solche Stelle zu schaffen. Ich höre schon den Einwand, aus Konkurrenzgründen könne dies nur weltweit geschehen. Vergessen Sie’s. Was erwarten Sie von der Uno, deren Vorsitz nächstens der Verbrecherstaat Libyen einnimmt, was soll die schlingernde EU oder der Schwatz-Club der G-20?
Die Schweiz muss es tun. Am Ende werden uns unzählige Anleger weltweit diesen entscheidenden Schritt zu einem vernünftigen und seriösen Bankenwesen danken.
Wolfgang Sidler, Luzern