Angriff
auf Gemeindeautonomie
Welches sind die schönsten Gemeinden im Kanton Zürich? Natürlich
die kleinen, über Jahrhunderte historisch gewachsenen. Denn die Gemeinden
existieren nicht erst seit der Einführung der "politischen Gemeinde"
im 19. Jahrhundert, wie man uns weismachen will. Ausgerechnet den kleinen
Gemeinden will nun die Zürcher Regierung mit ihrer weltfremden Vorstellung
vom "Globalen Dorf" den Garaus machen. Zuerst hat man ihnen das
Postbüro geschlossen. Jetzt will man ihnen auch noch das Gemeindehaus
und die Schule schliessen und mit dem neuen "Finanzausgleich" finanzielle
Mittel entziehen (O-Ton: "mit der bisherigen Bevorzugung der kleinen
Gemeinden Schluss machen"). So kann man dann behaupten, die kleinen Gemeinden
würden langfristig Probleme bekommen, wenn sie nicht fusionierten.
Die Milizbehörden,
ein unentbehrliches Standbein der Direkten Demokratie, sollen der teuren "Professionalisierung"
zum Opfer fallen, weil nur sie die Flut der vom Kanton erlassenen neuen Vorschriften
und abgeschobenen Aufgaben bewältigen könne. Womit die Mär
vom Einsparpotenzial einer Fusion auch gleich widerlegt wäre. Das versprochene
Mehr an Qualität ist vermutlich dann, wenn Gemeindehaus und Schule nur
noch mit dem Auto erreichbar sind. Ein ökologischer Unsinn im Zeichen
der CO2-Debatte. Die Vorgehensweise der Kantonsregierung stösst überall
auf Ablehnung, weil die Methode vom kurzfristigen Zuckerbrot und langfristiger
Peitsche allzu durchsichtig ist. Sorgen wir dafür, dass die Autonomie
der Gemeinde als unterste Staatsebene, wie in der Bundesverfassung verankert,
unantastbar bleibt!
Peter Aebersold, Zürich