FDP kennt keine Treue
Die FDP Zürich – die FDP Schweiz ist von ähnlicher Krankheit befallen – meint, die SVP sei verpflichtet, ihr bei Wahlen zu helfen. Scheinheilig werden dann Wahlabkommen getroffen des Inhalts, man wolle sich gegenseitig unterstützen. Die echt «feinen» FDPler von der Goldküste und vom Züriberg denken aber nicht daran, SVP-Kandidaten zu unterstützen, denn die SVP ist in ihren Augen ja schuld daran, dass es der FDP so mies gehe. Um dies auszugleichen war es doch Pflicht der SVP, die FDP-Frau namens Gut für den Zürcher Regierungsrat zu unterstützen, obwohl ihr Ehegemahl ein aggressiver Gegner der SVP ist. SVP-Kandidaten für Ämter zu unterstützen, kommt für eingefleischte FDPler nicht in Frage, denn die SVP habe Stallgeruch, und der sei natürlich den feinen Damen und Herren nicht zumutbar. Dass die SVP Zürich zwölf Nationalräte nach Bern delegiert, muss man nicht weiter beachten, es sind ja «einfache» und wenig differenziert denkende Menschen, auf die man gut verzichten könnte. Dass diese im Durchschnitt mit 140'000 Stimmen gewählt wurden und der beste FDP-Kandidat bloss mit 83'000, ist nicht weiter tragisch. Man ist immer noch stolz darauf, die vier Zürcher FDP-Nationalratssitze mit Spitzenleuten zu besetzen und einen Ständerat zu haben und ist im Grunde erfreut, dass damals Ueli Maurer das Rennen in den Ständerat nicht gemacht hat. Die Frau Diener der Grünen ist ihnen viel lieber, denn sie gehört ja im weiteren Sinne auch irgendwie zur FDP, weil sie Ideale hat, nicht nach «einfachen Leuten» riecht und ebenfalls auf Vorteile und ertragreiche Pfründen aus ist wie bei der FDP so üblich. Man denke nur an der «fähigen» Franz Steinegger, ex Parteipräsident der FDP Schweiz, der mit seiner Suva vier Milliarden Franken Defizit machen kann. Was soll’s! Ist bald vergessen, oder, man kann zur Ablenkung wieder Exponenten der SVP aufs Korn nehmen. Die streiten dann, weil sie sich gut aufhetzen lassen. Und überhaupt: Man stellt sich doch in grosszügiger Weise dem Volk zur Verfügung, obwohl eigentlich zu noch viel Höherem berufen. Darum der Drang der FDP-Funktionäre, uns in die EU zu bringen, denn dort winken noch viel fettere Posten.
Johannes Fischer, Stans NW