Je schwächer der Finanzminister, desto stärker der Auslanddruck

EU-Botschafter Michael Reiterer mischt sich, seit bekannt ist, dass Finanzminister Merz die Zivilcourage nicht mitbringt, klar und unmissverständlich aufzuzeigen, was das Angebot der Schweiz im so genannten Steuerstreit beinhaltet, auffällig und penetrant in unsere Abgelegenheiten ein.  

Merkwürdig ist, dass Herr Reiterer sich nicht im Geringsten an den viel zu hohen Steuerbelastungen in gewissen EU-Ländern von bis zu fünfzig Prozent stört und er den Eindruck vermittelt, dies sei in Ordnung so.

Nun kritisiert er, die von der Schweiz  angebotene anonyme  Abgeltungssteuer sei mit höchstens 35 Prozent  zu  tief.   Mein Kommentar:  Herr Reiterer versucht, auch die Schweiz  in einen Steuersumpf der Superlative  zu «reiten».  Vor allem aber wird versucht,   jeglichen Steuerwettbewerb zu eliminieren. Das ist Kommunismus pur!

Auf die Frage, ob Reiterer denn auch Steuern in der Schweiz  bezahle, gab er zur Antwort,  diese würden ihm bereits im Voraus von seinem Gehalt abgezogen. Dies ist aber gar seltsam, denn soviel bekannt ist,  bezahlen sowohl ausländische Diplomaten als auch  Botschafter keinen Rappen Steuern in der Schweiz  und geniessen  unzählige Privilegien...

Wenn Herr Reiterer auf der einen Seite behauptet, die Bankkundendaten seien gar nicht gestohlen, sondern lediglich in Kopie auf einer CD «nur weitergereicht» worden, und andererseits  die Gefahr des «gläsernen Bürgers» nicht wahrhaben will, so deutet dies doch auf erhebliche Verlogenheit!

Markus Stoercklé jun., Basel