Diese EU muss uns Angst machen
Angst vor einer Organisation, die – wie man sagt – seit dem Zweiten Weltkrieg neue Kriege in Europa verhütet hat? Nein, es ist nicht die Angst vor Krieg in unseren Tagen, es ist vielmehr die Angst, die aufkommt vor einer Eigendynamik, deren Ende im Dunkeln liegt. Der heutige Eindruck ist ein Beiseitestellen der Völker, mit all den Tricks, die angewendet werden, um den Volkswillen nicht zutage treten zu lassen.
Man scheut sich z.B. den Völkern zu sagen, wo diese Union ihre Grenzen finden soll, spinnt Fäden weit nach Süden und weit nach Osten. Die geschichtserfahrenen Menschen des Kontinents aber spüren die Risiken, welche die demokratiescheuen Politiker eingehen wollen. Soll doch niemand behaupten wollen, die EU-Staatsführer wüssten nicht genau, dass ihre Völker keine Ausdehnung über den Bosporus hinaus wünschen und dass sie Europa als christliches Abendland ohne Scharia bewahren wollen.
Trotzdem verhandeln sie mit den Türken und machen rund siebzig Millionen Menschen Hoffnungen, die von den kontinentalen Völkern nicht gestützt werden. Besonders diese Option macht Angst, nicht zuletzt darum, weil jene Staatsführung die Integration in die Lebensweise der Kontinentalvölker ablehnt und mehr als deutlich macht, dass man nach Europa kommen will, um hier zu befehlen. Unzumutbare Forderungen sind bereits gestellt und das ist mit Bestimmtheit erst der Anfang. Angst machen müssen besonders den Ländern mit gegen Null gehender Stimmkraft auch die fragwürdigen EU-Nacht- und- Nebel- Abstimmungen, wenn einfach eine Lösung her muss. Da muss es unweigerlich Opfer geben. Bedenken wecken auch die immer zahlreicher, wie die Maden im Speck in Brüssel sitzenden Lobbys, die um die Verteilung der Steuergelder, welche die europäischen Menschen verdient haben, «besorgt» sind. Und schliesslich muss Angst auch zunehmend aufkommen, dass die mündigen Völker Europas eines Tages von den Funktionären und ihrer aufgeblähten Bürokratie genug haben könnten. Dass sie sich nicht mehr austricksen lassen. Dass sich europäische Geschichte wiederholt und – wenn auch im übertragenen Sinn – die Bastille wieder gestürmt wird und entschlossene Menschen «wir sind das Volk» skandieren. Was dann alles wieder durcheinander geraten könnte, schafft echte Besorgnis. Es gibt dafür genügend Beispiele in gelebter europäischer Geschichte.
Max Engel, Othmarsingen AG