Wirtschafts- und gesellschaftspolitische Agenda im Bildungswesen

Mit einer knappen Mehrheit von 87 zu 79 Stimmen haben die Mitte-Links-Parteien im Zürcher Kantonsrat sich gegen einen Schulreform-Stopp ausgesprochen, der die Abschaffung der Sek C verhindern wollte. Damit wird die Vogelstrauss-Politik weitergeführt, die unter dem Vorwand einer angeblichen Gefahr von Stigmatisierung versucht, mittels Namensänderungen (Real- und Oberschule in Sek B und C) und Integration von Sonder- und Kleinklassenschülern in Regelklassen, einerseits die Misserfolge der Schulreformen zu verwischen und andrerseits wenig bekannte gesellschafts- und wirtschaftspolitische Ziele zu verfolgen. Wer weiss, wie schwierig und zeitaufwändig es selbst für erfahrene Lehrer ist, die entmutigen Schüler einer Sek C-Kleinklasse zum Lernen zu gewinnen, kann sich nicht vorstellen, dass wenn diese auf die Sek B oder Sek A (weil die Sek B schon überfüllt ist) verteilt werden, nicht Lehrer, Schüler und Schulqualität darunter leiden werden. Offenbar verfolgt eine Mitte-Links-Allianz andere politische Interessen, als eine hohe Schulqualität anzustreben und die Analphabetenrate der Schulabgänger (zurzeit 5%) zu senken. So soll Professor Hans Joachim Gamm die Notwendigkeit neuer Sexualkunderichtlinien, die auch in den HarmoS-Lehrplan 21 einfliessen sollen, folgendermassen begründet haben: "Wir brauchen die sexuelle Stimulierung der Schüler, um die sozialistische Umstrukturierung der Gesellschaft durchzuführen und den Autoritätsgehorsam einschließlich der Kindesliebe zu den Eltern gründlich zu beseitigen." Zudem soll sich die Schweiz mit den WTO-GATS-Verträgen verpflichtet haben, das Bildungswesen für den globalen Bildungsmarkt zu öffnen, was eine europaweite „Harmonisierung“ notwendig macht.

P. Aebersold, Zürich (ehem. Bezirksschulpfleger)