Mediale
Terminologie
Fast täglich berichten unsere Medien über die schrecklichsten
Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Selbstmordattentäter zünden
ihre Bomben auf Märkten, in Einkaufszentren und parkierten Autos. Selbst
Schulen, Krankenhäuser, unschuldige Frauen und Kinder sind als Ziele
definiert und werden dutzendweise zu Opfern und Leidtragenden dieser feigen,
barbarischen und verabscheuungswürdigen Attacken. Mir verschlägt
es regelmässig den Atem, wenn in den Nachrichten diese verbrecherische
Täterschaft von unseren Medienschaffenden im In- und Ausland mit dem
Attribut "Aufständische" bedacht wird (auch Bezeichnungen wie
Rebellen oder Freiheitskämpfer sind zu hören). Somit werden die
Täter noch mit der Aura eines legendären Robin Hood umgeben; ihre
Mordanschläge indirekt romantisierend verklärt und verharmlost;
ein Blutbad wird folglich als Resultat eines gerechten Kampfs gegen Unrecht
und Unterdrückung legitimiert. Bravo! Im 21. Jahrhundert wäre es
die Pflicht der gesamten internationalen Presse, derartige Verirrte konsequent
und ausnahmslos als das zu titulieren, was sie wirklich sind: nämlich
keine Aufständischen, sondern finsterstes Mordgesindel. Gerade der Schweiz
als Signatarstaat der Menschenrechte mit Genfer UNO-Sitz würde hier etwas
mehr Engagement und Mut gut anstehen.
Wolfgang Bauer, Winterthur