Raffgier
eines SP-Spitzenpolitikers
Unglaublich aber wahr, Alex Tschäppät kassiert als Stadtpräsident
von Bern für seine Tätigkeit über Fr. 240'000.- jährlich.
Man würde meinen, mit diesem vielseitigen, anspruchsvollen Amt sei er
mit mehr als nur 100 Prozent ausgelastet. Doch weit gefehlt, er kann noch
auf seine Ferien und Freiheit verzichten, um zusätzlich den 40-Prozent-Job,
als Präsident des Kaufmännischen Personalverbandes (KV) mit einer
jährlichen Entschädigung von Fr. 80'000.- plus Spesen zu besetzen.
Als ehemaliger Gerichtspräsident von Bern müsste Tschäppät
es ja wissen, dass Ferien von Gesetzes wegen dazu da sind, sich körperlich
und geistig zu erholen.
Dieses Vergoldenlassen, eines mit markigen Sprüchen auftretenden sozialdemokratischen
Spitzenpolitikers ist mehr als fragwürdig. Besonders, wenn man bedenkt,
dass wir in unserem Land immer noch weit über 150'000 Arbeitslose zählen
und Hunderttausende von Bewohnern weit unter dem Existenzminimum leben. Tschäppät
zeigt überdeutlich: Cleverness und Anständigkeit müssen bei
einem Politiker nicht immer zusammen gehören.
Walter Egli, Zürich