"Blocher
muss über die Bücher gehen"
Bundesrat Blocher will, dass beim Bundesgericht die Strukturen schlanker
werden und sieht ein Sparpotential von 20 %. Wie in der Privatwirtschaft üblich,
teilte er dies dem Bundesgericht mit und forderte es auf, überflüssige
Posten aufzuzeigen, damit man diese Einsparungen realisieren kann. Davon wollten
die Richter aber nichts wissen. Sie ignorierten den Wunsch ihres Vorgesetzten.
Gewisse Richter ereifern sich sogar so weit, dass sie Bundesrat Blocher massiv
angreifen.
Der Luzerner Bundesrichter Hans Wiprächtiger (SP) sieht mit den vorgesehenen
Sparmassnahmen "eine funktionierende Justiz" gefährdet. Und
teilt kräftig aus. In einem Interview erklärte er sogar: "Dann
haben wir bald Verhältnisse wie in Italien, wo Silvio Berlusconi nach
seinem Gusto mit den Richtern umspringt."
Dieses Verhalten ist eine Frechheit. In keiner Art und Weise wird auf die
Justiz oder Gesetzsprechung Einfluss genommen. Es geht lediglich darum auch
bei der Justiz Sparpotential ausfindig zu machen. Die Aussagen von Herrn Wiprächtiger
können nur als gezielte und gewollte Verunglimpfung aufgefasst werden.
Sehen wir uns doch mal in der Realität um. Fast alle Arbeitnehmer in
der Privatwirtschaft müssen sich gezwungenermassen mit verstärkter
Konkurrenz bei Löhnen und Arbeitszeiten auseinandersetzen und Kompromisse
eingehen. Nur das Bundesgericht und seine Richter halten sich für so
unentbehrlich, dass sie es nicht einmal für nötig halten Sparpotentiale
in ihrem Arbeitsbereich zu suchen. Versuchen Sie das mal bei Ihrem Arbeitsgeber
zu machen. Sie werden wohl nicht mehr lange bei dieser Firma arbeiten. Das
Verhalten der Bundesrichter kann man nur als realitätsfremd und abgehoben
bezeichnen.
Pirmin Müller,
Neuenkirch