Kinderkrippen und Ausbildung

Mütter sollten, wenn immer möglich, für ihre Kinder und die Familie da sein. Das ist nun mal ihre Lebensaufgabe. Was will eine Mutter ihrem Kind noch geben, wenn sie ihre Arbeitskraft bereits ihrem
Arbeitgeber geleistet hat? Ein Kind registriert ganz genau, ob die Mama zur Arbeit geht, weil sie muss, oder ob sie geht, weil man sich mehr gönnen will. Geht die Mutter zur Arbeit, verweigert sie dem Kind die erste Ausbildung, denn was das Kind im Schosse der Familie lernt, kann in der Krippe nicht vermittelt und später nicht mehr aufgeholt werden.
Um in die Krippe zu gehen, werden die Kinder brutal aus dem Schlaf genommen, da das täglich geschieht, resignieren sie schnell. Wenn das Kind dann abends von der Krippe abgeholt wird, ist es ebenso müde wie die Eltern. Armut war noch nie und ist keine Schande. Meines Erachtens ist ein Kind, das verzichten gelernt hat, besser auf das Leben vorbereitet, als dasjenige, dem jeder Wunsch erfüllt werden konnte. Denn derjenige, der gedarbt hat, kann viel eher geniessen. Der Satz "Zu Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland", gilt auch heute noch.

Rudolf Hänsli, Dozwil