Fahrausweis-Erneuerung

Mit der zunehmenden Diskriminierung älterer Menschen werden bald naziähnliche Wege beschritten. Offensichtlich verfolgt man im ASTRA (Bundesamt für Strassen) nicht die Erhöhung der Sicherheit auf den Strassen, denn sonst müssten in erster Linie generell die Geschwindigkeitslimiten herabgesetzt werden. Vielmehr darf vermutet werden, dass die Absicht besteht, ältere Jahrgänge von der Strasse zu vertreiben und zugleich dem Fiskus neue Einnahmen zu verschaffen. Die Abgabe von neuen Fahrzeugausweisen und die Belegung neuer Lehrgänge werden vom Staat bestimmt nicht gratis angeboten werden. Eine Abnahme der Fahrzeugdichte auf den überfüllten Strassen erfordert andere Massnahmen. Er ist bereits empirisch erwiesen, dass nicht die älteren Menschen die meisten Verkehrsunfälle verursachen, sondern die jüngeren Jahrgänge der Raser- unter ihnen vermehrt Ausländer aus dem Balkan - sowie Alkohol- und Drogensüchtige.

Wer mit dem Fahrzeug viel unterwegs ist, begegnet im ganzen Land oft genug fehlerhaften Signalisationshinweisen und katastrophalen Strassenzuständen. Bis anhin haben die sogenannten Verkehrs- und Strassenbauexperten ihr Soll nicht erfüllt. Dauernd reden die Politiker von Deregulierung und statt dessen schraubt der Staat anhaltend an der Regulierungsdichte herum. Wie verhält sich dies? Wie gefährlich der Generationenkonflikt schon eskaliert ist, beweisen die zunehmenden Auseinandersetzungen über die Soziallasten des Staates. Wenn eine Mehrheit von Umverteilungsempfängern eine Minderheit von Umverteilungszahlern überstimmt und schliesslich die Produktion abwürgt, von der Einkommen und damit auch wieder Steuern generiert werden, ist der Staatsbankrott nicht mehr weit entfernt. Die Staatsquote hat längstens Dimensionen erreicht, die nicht mehr finanzierbar sind. Der Staat - das ist die grösste Fiktion, dass jedermann auf Kosten von jedermann leben kann (Frédéric Bastiat). Die Elite der 68ger Generation hat den Lauf durch die Institutionen nicht bewältigt, sondern ist in den Organen der Verwaltung nicht unabsichtlich stehen geblieben. Die Senioren-Verbände sind gut beraten, wenn sie jetzt auf die Barrikaden steigen und dem ASTRA zu verstehen geben, wo "der Bartli den Most abzuholen hat". Das gleiche gilt auch für die Automobilverbände, welche zwischen Bern und ihren Mitgliedern zu wählen haben. Allenthalben soll ein freiberuflicher Mediziner und nicht ein eingebildeter Verwaltungsfunktionär über die Fahrtüchtigkeit befinden.

Merkwürdigerweise werden solche Versuchsballons stets in Ferienzeiten gestartet, wenn die Leute mit Kofferpacken beschäftigt sind und keine Zeit mehr für Pressenotizen haben. Nichts geschieht, ohne dass man zulässt, dass es geschieht. Der Niedergang beginnt dort, wo wir uns nicht mehr fragen, was wir tun können, sondern nur noch, was uns zustossen könnte (Rémy de Gourmont). Abraham Lincoln hat einmal gesagt: Man kann alle Leute eine Zeitlang an der Nase herumführen und einige Leute die ganze Zeit, aber nicht alle Leute alle Zeit.

Ernst Heimgartner, Reinach