Das Ende der Schweiz

Das Problem ist nicht die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf die 10 neuen EU-Länder, über die am 25. September abgestimmt wird. Persönlich finde ich sogar deren Bejahung logisch, wenn man schon dem Schengen-Raum beigetreten ist. Schengen und Personenfreizügigkeit gehören zusammen, sind Seiten derselben Medaille. Es ist direkt inkonsequent, jetzt ein Nein in die Urne zu legen. Mit Schengen ist die Schweiz bereits ein Teil der EU: die Grenzen sind ja gefallen, was Herrn Deiss und Frau Calmy-Rey so ungemein freut, die bekanntlich lieber gestern als heute in der EU wären…

Das Problem ist die Freizügigkeit an sich. Denn morgen treten der EU auch Bulgarien und Rumänien bei, übermorgen der ganze Balkan und später auch vielleicht die Türkei. Damit wäre aber noch nicht Schluss, drängen doch auch die Ukraine, Marokko, eventuell auch Israel und Palästina zur
EU…
Wenn alle das Recht für freien Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt bekommen und Kind und Kegel plus die nächste und auch die entfernte Verwandtschaft mitnehmen können, dann bedeutet das ganz schlicht das Ende der Schweiz. Die bereits übervölkerte Schweiz kann einen solchen Ansturm
nicht ertragen und überleben. Das ist aber das erklärte Ziel des Bundesrates, des Arbeitgeberverbandes, der rot-grünen Faschisten. Letzteren ist die Schweiz ziemlich egal: Für sie steht ja der "Mensch" im Mittelpunkt, nicht die Schweizer Familie. Fressen tun sie aber lieber weiterhin lieber am Schweizer als am polnischen oder rumänischen Trog.

Der Sonderfall Schweiz gehört der Vergangenheit an. Auf ihren Ruinen und auf den Ruinen der anderen europäischen Nationen soll dann ein neues Subjekt entstehen: Die EU, ein Ort des Friedens und des
Wohlstandes, heisst es, das Schlaraffenland für 600 oder gar 700 Millionen Menschen… Ein Disneyland des Konsums mit Englisch als Kommunikationssprache und später als einziger Sprache (Werbung und
Erziehungsdirektoren trimmen uns schon darauf).Alle Grenzen sollen fallen, so fordern die grünen Faschisten. Schluss mit der Schweiz und mit den Nationen, denen man jetzt alle möglichen Übeltaten in die Schuhe schiebt. Die gemeinsame Währung, Schengen und die Personenfreizügigkeit sind die
symbolischen und entscheidenden Schritte für die Bildung des europäischen Superstaates … Der allerdings in eine ernste Krise geraten ist, merken doch langsam die Völker, dass da etwas nicht stimmt. So haben das deutsche und italienische Parlament mit fast 100 Prozent Mehrheit die Verfassung gutgeheissen, wo doch vielleicht eine Mehrheit ihrer Bevölkerung sie ablehnen würde. Meinte hier jemand Demokratie?

Man müsste eigentlich die Personenfreizügigkeit mit den "alten" EU-Ländern kündigen … Aber die Wachstumspsychose, an der alle, ausnahmslos alle leiden (doch eine wohltuende Ausnahme: Dr. Eduard Stäuble in der letzten Ausgabe der "Schweizerzeit"), wird uns alle in den Abgrund treiben.

Ein deutscher, linker Politiker, Peter Glotz, bezeichnete unlängst die Schweiz als "Kunstwerk" (das war gar nicht ironisch gemeint). Schweizer, warum wollt ihr dieses Kunstwerk zerstören - und dazu für
ein Linsengericht (noch mehr unnötigen materiellen Wohlstand, der uns nur abstumpft, der dieses Land definitiv kaputt machen wird)? Ja ja, die Wachstumspsychotiker meinen, nur mit "mehr Dreck" haben wir dann die nötigen Mittel, um die ökologische Infrastruktur zu erhalten und auszubauen…

Ein Neapolitaner

Sergio Pastore, Sennwald