Wir leben im Tessin und haben uns vor achtzehn Jahren eine Eigentumswohnung gekauft. Die Hypothek haben wir abbezahlt, damit wir mit unserer kleinen Pension von 1’100 Franken zurechtkommen.

Mein Mann ist seit längerer Zeit ein Pflegefall, und ich leide seit neun Jahren an Krebs. Dennoch pflege ich meinen Mann zu Hause. Die Cura Suisse unterstützt uns mit einem Pflegeservice: Am Morgen 45 Minuten und abends 30 Minuten. Gemäss unserem Hausarzt gehört mein Mann in ein Pflegeheim. Aber wie soll das gehen? Wer eine Eigentumswohnung besitzt und keine Hypothek mehr auf der Wohnung hat, bekommt keine Ergänzungsleistungen. Ergo müssten wir die Wohnung verkaufen, um die Pflegestation zu bezahlen. Der Staat bezahlt viel lieber den Flüchtlingen immense Summen und vergisst die Schweizer. Ich habe nichts gegen echte Flüchtlinge – aber wenn ich sehe, was die alles haben an teuren Smartphones und Markenkleidern, die wir uns nicht leisten können, dann fragen wir uns: Wo leben wir eigentlich?

Sue und Jean-Louis Breitenstein, Tenero

27.09.2018 | 29498 Aufrufe