Linker Hass gegen den «Marsch fürs Läbe»

Seit mehreren Jahren organisieren Lebensschützer – hauptsächlich Christen unterschiedlichster Konfessionen – den jährlich stattfindenden «Marsch fürs Läbe». Für ihr öffentliches Engagement für den Schutz des ungeborenen Lebens und gegen Abtreibung schlägt den Organisatoren extremer Hass entgegen. Dutzende Personen bekamen kürzlich Drohbriefe zugestellt – die Polizei ermittelt nach Farbanschlägen gegen Unternehmen, die mit den Lebensschützern zusammenarbeiten.

Freitags-Kommentar vom 3. August 2018,
von Anian Liebrand, Redaktion «Schweizerzeit»

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Den «Marsch fürs Läbe» führen christliche Kreise in der Schweiz seit 2010 durch. Ähnliche Märsche gibt es in anderen europäischen Ländern oder in den USA. Deren Ziel ist es, in der Schweiz «das Zerrbild der Abtreibung in der Öffentlichkeit» zu korrigieren. Jahr für Jahr hat die Veranstaltung einen anderen Spezialfokus. 2012 war das Motto «100‘000 Kinder fehlen», ein anderes Mal lautete es: «One of us! Jedes Kind, das im Mutterleib heranwächst, gehört bereits zu uns.» Immer wieder sprechen auch Frauen, die es zutiefst bereuen, abgetrieben zu haben und sich in der Folge mit langjährigen psychischen Problemen herumplagen. Regelmässig werden die Anlässe auch von Musik umrahmt.

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Rabiater Protest

Die ersten Jahre wurde die Veranstaltung in Zürich durchgeführt und bestand aus einem einer fixen Route folgenden Marsch mit anschliessender Platzkundgebung – stets begleitet von massivem Polizeiaufgebot, das die jeweils weit über tausend Teilnehmer mit beträchtlichem Aufwand vor gewaltbereiten, linken Gegendemonstranten abschirmen musste. Die linken Protestaktionen wurden mit den Jahren immer rabiater: Wer am «Marsch fürs Läbe» teilnahm, musste in Kauf nehmen, auf offener Strasse angespuckt oder körperlich angegriffen zu werden. Beschimpfungen, Trillerpfeifen – den christlichen Lebensschützern schlugen purer Hass und abgrundtiefe Verachtung entgegen.

Kein Wunder, wollten sich viele Teilnehmer – gerade Familien mit Kindern oder ältere Menschen – diesen Spiessrutenlauf schlicht nicht mehr antun, auch wenn man das Thema für ein Herzensanliegen hält. Auch die Polizei, die in Zürich ansonsten hervorragende Arbeit leistete, schätzte den für eine sich bewegende Demonstration benötigten Sicherheitsaufwand als nicht mehr gerechtfertigt ein.

Nur Platzkundgebung in Bern

Die Veranstalter entschieden, den Durchführungsort zu wechseln. Im Jahr 2016 fand der «Marsch fürs Läbe» dann erstmals in Bern statt, als reine Platzkundgebung auf einem hermetisch abgeriegelten Bundesplatz. Um den Anlass in der «Linksradikalen-Hochburg» Bern durchzuführen, wurden den Organisatoren unzählige, erschwerende Auflagen gestellt. Teilnehmer hatten in Cars anzureisen, die direkt zum Bundesplatz zu fahren hatten, da ihre Sicherheit in der Bundeshauptstadt nicht hätte gewährleistet werden können, sollten sie auf der Strasse als «Abtreibungsgegner» erkannt werden. Konkret heisst das: Es war mit Attacken durch Linksextremisten zu rechnen.

Absage aus Obwalden

Um den Teilnehmern diese Strapazen künftig zu ersparen, strebte das OK an, den folgenden «Marsch fürs Läbe» am 17. September 2017 in Flüeli-Ranft OW durchzuführen. Doch nicht einmal ein Wechsel in die beschauliche, katholische Zentralschweiz schien möglich zu sein. Aus Angst vor linken Übergriffen wurde keine Bewilligung erteilt. Die Organisatoren schrieben damals: «Mit Hinweis auf zu befürchtende Störungen durch externe Gruppierungen und einen deshalb nötigen beträchtlichen Polizeiaufwand haben die Gemeinden Sachseln und Kerns nun kürzlich mitgeteilt, dass sie für die Benutzung des öffentlichen Grundes keine Bewilligung erteilen. Der Gebetsmarsch dürfe nicht stattfinden.»

Da somit im letzten Jahr erstmals keine Kundgebung im angestammten Sinn möglich war, wurde im Mai 2018 als Ersatz ein in kleinerem Rahmen stattfindender «Gebetsmarsch mit überkonfessionellem Gottesdienst» auf die Beine gestellt. Hierfür wurde eine Bewilligung in Flüeli-Ranft erteilt.

«Jetzt erst recht»

Im Juni 2018 teilten die Veranstalter mit, dass der nächste reguläre «Marsch fürs Läbe» am 15. September stattfinden wird – wiederum auf dem Bundesplatz in Bern. Trotz aller Auflagen und des klar erkennbaren Gefühls, bei linken Kreisen nicht willkommen zu sein, will man nun erst recht Präsenz zeigen und das verfassungsmässig verbriefte Recht auf Meinungsäusserungs- und Versammlungsfreiheit für sich in Anspruch nehmen. Doch was den Lebensschützern seither an linksextremer Einschüchterung und Sabotage widerfährt, übertrifft alles bisher Erlebte.

Drohbriefe und Sachbeschädigungen

Im Juli erhielten zahlreiche Unterzeichner der vom «Marsch fürs Läbe» unterstützten Online-Petition «Charta fürs Leben» unfrankierte Post zugestellt. Linksextremisten versandten massenhaft anonym gehaltene Drohbriefe an Unterstützer des «Marschs fürs Läbe». Die Täter bedienten sich auf der Webseite, um von dort die Adressen von leicht identifizierbaren Personen herauszufiltern. Den Empfängern werden diffus formulierte Konsequenzen angedroht, falls sie sich weiterhin für den Lebensschutz einsetzen. Sich rechtlich dagegen zu wehren, scheint offenbar schwierig zu sein. Die Polizei sieht keine grossen Chancen, die in bedenklich hoher Professionalität vorgegangenen Täter zu identifizieren.

Die linksextreme Szene, die sich in den letzten Jahren zu einer veritablen Gefahr für die öffentliche Ordnung entwickelt hat und in etlichen Städten auf geduldete Strukturen zurückgreifen kann, hat sich auf die Lebensschützer regelrecht eingeschossen – und ist so aktiv wie noch nie. Bereits im Juni sind Farbanschläge auf zwei Unternehmen verübt worden, die mit dem «Marsch fürs Läbe» indirekt verbunden sind. Die beiden geschädigten Unternehmen haben Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Kantonspolizei Bern hat die Ermittlungen aufgenommen.

Anonyme Aufrufe

Zudem wurden im Internet Privatadressen von Personen veröffentlicht, die an der Organisation des Marsches beteiligt sind. Eine linksradikale Plattform veröffentlichte einen Aufruf zu Gewalt- und Störaktionen:

«Um die Verantwortlichen bereits jetzt zu stören und ihnen zu zeigen, dass sie sowie ihr fundamentalistischer und nationalistischer Inhalt keinen Platz haben dürfen, haben wir hier eine kleine Liste ebendieser zusammengestellt. (…) Wir hoffen auf viele kreative, dezentrale Aktionen, um ein Zeichen gegen fundamentalistische Kackscheisse zu setzen. Zur Inspiration haben wir bereits eine Liste mit einigen Adressen von Mitwirkenden und Unterstützenden zusammengestellt.»

Die Linksextremen verstecken sich bei ihren bösartigen Drohungen gerne in der Anonymität. Die Webseiten werden meist im Ausland gehostet, wer für den Inhalt verantwortlich ist, können sie dank umfangreichem technischem Wissen praktisch immer verbergen. Trotzdem: Solche Aufrufe sind als Offizialdelikt strikt zu ahnden. Man kann nur hoffen, dass die Behörden alles unternehmen, um solche Webseiten zu sperren.

Demokraten in der Pflicht

In der Pflicht stehen nun insbesondere all jene Kritiker des «Marschs fürs Läbe» (ach so tolerante Gender-Aktivisten, linke Politiker und Gewerkschaften), die sich selbst dem demokratischen Spektrum zuordnen. Es steht selbstverständlich jedem Bürger frei, den «Marsch fürs Läbe» abzulehnen und dagegen zu protestieren. Wenn allerdings Andersdenkende bedroht, Gewalt angewendet oder Sachbeschädigungen begangen werden, ist die Grenze des Akzeptierbaren längst überschritten worden.

Doch wo bleiben die Distanzierungen der demokratischen Linken? Wo ist zu lesen, dass sie die Aktionen der Linksextremisten verurteilen? Jetzt liegt es an ihnen, zu zeigen, wo sie stehen. Für einen friedlichen «Marsch fürs Läbe» einzustehen heisst, sich für die Meinungsfreiheit einzusetzen.

Anian Liebrand

Bild: marschfuerslaebe.ch (Kundgebung von 2016)

 

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05.08.2018 | 3068 Aufrufe