Nr. 38, 19. Dezember 2008
Islamische Migranten sind schwer zu integrieren
Die falsch verstandene «Antidiskriminierung»
Von Dominique Baettig, Nationalrat, Delémont JU
Wenn sich jemand als Angehöriger einer Minderheit integriert, dann bedeutet das gewöhnlich unauffälliges Benehmen und Respektierung der Regeln und Gewohnheiten der einheimischen Bevölkerung. Doch innerhalb der Migranten profiliert sich der Islam auf ganz andere Weise.
Zweifellos wegen des israelisch-arabischen Konflikts, wegen der Erinnerung an die Kolonialisierung, das heisst die Kreuzzüge und historischen Widerstandskämpfe gegen die Türken im Osten und das Abwehren der Kolonialisierung durch die Araber im Süden Europas, präsentieren sich die Muslime als sichtbare Minderheit. Sie fallen bisweilen auf durch die Kleidung, das Kopftuch oder die Speiseverbote. Oder durch die archaische, auf Ungleichbehandlung basierende Beziehung zwischen den Geschlechtern, die gelegentlich gar mit Gewalt erzwungen wird.
Enorm wird der Druck auf die Gewohnheiten der einheimischen Bevölkerung, die der Respektlosigkeit verdächtigt wird (Fastenfest Ramadan), wenn sie sich nicht unterwirft oder unauffällig verhält. In unseren westlichen Gesellschaften, wo die geistigen Werte durch jene des «folgsamen» Konsumenten ohne Identität und Profil ersetzt wurden, rennen die Muslime bereits weit geöffnete Türen ein und verstehen es, die sogenannt «antidiskriminierenden» Argumente zu gebrauchen, um jeden Widerstand aus dem Weg zu räumen.
Trennung von Kirche und Staat
Im Zusammenhang mit der Minarett-Initiative erstaunt am meisten das totale Schweigen der laizistischen, feministischen und grünen Linken angesichts der geplanten Bauten einer Religion, welche die Trennung von Staat und Kirche nicht kennt, gegenüber Andersgläubigen intolerant ist und die Frauen diskriminiert. All jene, die die Kruzifixe aus den Schulstuben entfernen und das Geläut der Kirchenglocken einstellen wollten, die nichts von Pfarrern und Priestern halten und das «Opium» für das Volk bekämpften, schweigen nun vor den äusseren Zeichen einer frauen- und menschenfeindlichen Religion, die sich bekehrungseifrig und siegessicher, ja identitätsstiftend gibt.
Gegen Druckversuche
Eine logische minimale Integrationsanforderung (eine Bekehrung zu christlichen Werten ist kein Thema) wäre, dass sich die Moscheen der lokalen Architektur anpassen, dass sie die Minergie-Normen erfüllen, mit sanfter Energie alimentiert werden, ein weiblicher (oder homosexueller) Imam dort Einsitz nimmt und in unserer Sprache Werte wie Toleranz, gegenseitiger Respekt, Gleichberechtigung der Geschlechter, gewaltlose Kommunikation gelehrt werden. Schliesslich sollen die Moscheen über lokale (und nicht saudische) Kirchengelder finanziert werden. Doch wo sind die Leute, die dafür sorgen, dass die Bevölkerung dieses Landes diese Normen befolgt, und die es wagen, gewisse Minderheiten nicht gleich zu behandeln? Die Toleranz, der Religionsfriede, die kulturelle und soziale Integration sollen gewahrt und garantiert sein, ebenso der Laizismus. Druckversuche zur Durchsetzung von Speisevorschriften, der Geschlechtertrennung im Schwimmbad, Dispensierungen oder Sonderbehandlungen bei medizinischen Konsultationen oder der Verzicht auf Symbole bei unseren religiösen oder kulturellen Festen – das muss ein Ende haben.
Dominique Baettig