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Der
aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer vom 28.
November 2008
Der Biegbarste
Was immer an Schauergeschichten derzeit präsentiert wird: Der erbitterte, gehässige Wortfeldzug gegen Christoph Blocher zielt nicht im geringsten auf die Person des täglich Diffamierten. Es geht um Politik. Christoph Blocher wird bekämpft als profiliertester Exponent jener Politik, mit der die SVP innert dreissig Jahren, von der Bevölkerung immer breiter getragen, zur mit Abstand stärksten Partei geworden ist. Diese erfolgreiche Politik mit dem Ziel der unabhängigen, selbständigen, die EU-Mitgliedschaft ablehnenden Schweiz im Zentrum – diese Politik jetzt endlich zu schreddern, wittern die Gegner der schweizerischen Unabhängigkeit heute ihre grosse Chance.
Diese Schweiz steht – nur Träumer können das noch verdrängen – vor äusserst schwierigen Jahren. Ist es in Zeiten einer sich bedrohlich rasch zusammenbrauenden Weltwirtschaftskrise nicht höchste Pflicht jeder Partei, ihren Tüchtigsten dem Land zur Verfügung zu stellen? Einen, der Durchsetzungsvermögen, Führungskapazität, Krisenfestigkeit auf der Grundlage umfassender Sachkunde immer wieder bewiesen, der sich als Bundesrat – was eigentlich niemand bestreitet – auch in schwierigsten Aufgaben (Asylmissbrauch!) bewährt hat? Einen, der die in den Sumpf gefahrene Armee wieder auf Kurs zu bringen vermag? Der Fähigste der SVP steht bereit für die schwierige Aufgabe. Weshalb, geschätzte Parlamentarier der am 10. Dezember alles entscheidenden Mitte-Parteien FDP und CVP: Weshalb verwehrt Ihr dem Tüchtigsten den Regierungseintritt? Gönnt Ihr dem Land bloss Zweitklassiges? Diese entscheidende Frage, weshalb die angeblich bürgerlichen FDP- und CVP-Parlamentarier dem Tüchtigsten der SVP in wahrhaft schwieriger Zeit den Eintritt in die Regierung verweigern wollen – diese Frage müssen die Mitte-Parteien jetzt beantworten. Die Schweiz wartet auf Antwort.
Zugegeben, einige der sich dem Medien- und Politdruck dieser Tage nicht gewachsen fühlenden SVP-Exponenten klammern sich neuerdings an den Glauben, die wahlberechtigten Exponenten der Mitte-Parteien lechzten gleichsam danach, den Zweitbesten der SVP auf den Schild zu heben. Was für eine Verblendung! Lässt die SVP ihren Stärksten im Kniefall vor dem politischen Gegner fallen, dann wählt dieser Gegner gewiss nicht den Zweitstärksten. Dann wählt er den Biegbarsten. Den, der zum Widerstand auch zu schwach ist, wenn – aus Angst, selber Verantwortung zu übernehmen – angesichts der aufkommenden Weltwirtschaftskrise das Heil einfach in Brüssel gesucht wird – unter Preisgabe von Unabhängigkeit, Selbständigkeit und Freiheit. Dazu brauchen die Brüssel-Süchtigen nicht den Zweitbesten, dazu brauchen sie den Biegbarsten mit SVP-Etikett.
Ulrich Schlüer