Nr. 33, 14. November 2008

STACHEL
Linke gefährden den Generationenvertrag

Von Andrea Pieren, Burgdorf BE

Meine monatlichen Beiträge an die AHV bezahle ich ja eigentlich gar nicht ungern. Weil ich die ältere Generation, die mein Heimatland geprägt und dafür gearbeitet hat, hoch schätze.

Sie hat mitgeholfen, unsere Schweiz zu dem zu machen, was sie heute ist: ein sicheres, neutrales und unabhängiges Land, dessen Bürger sich frei bewegen und ihre Meinung äussern können.

Ich weiss, dass meine monatlichen Beiträge an die AHV nicht in die Hände fieser und skrupelloser Sozialwerkbetrüger geraten. Denn im Vergleich zur Arbeitlosen- und zur Invalidenversicherung blieb die AHV vor Missbrauch bisher weitgehend verschont.

Paradoxe Situation

Um unsere AHV steht es in finanzieller Hinsicht leider nicht rosig. Als Vertreterin der jungen Generation weiss ich heute nicht, ob und in welcher Höhe ich selbst einmal AHV-Rente erhalten werde. Im Jahr 2043 bin ich 65 Jahre alt. Doch ohne Veränderungen im heutigen System wird gemäss Bundesamt für Sozialversicherungen die AHV-Kasse bereits im Jahr 2025 leer sein! Ein gewichtiger Grund dafür liegt in der steigenden Lebenserwartung und der niedrigen Geburtenrate. Ist es nicht ein völliges Paradoxon, bei einer solchen demografischen Entwicklung, die die AHV-Kasse ohnehin schon gefährdet, das Rentenalter zu senken? Derartige Experimente von linker Seite bedrohen unser wichtigstes Sozialwerk in hohem Masse.

Eine Senkung des Rentenalters, wie es die Gewerkschaften anstreben, würde die Kasse mit 1,5 Milliarden Franken belasten. Diese massiven Mehrkosten müssten über höhere Lohnabzüge ausgeglichen werden. Diese zusätzliche, starke Belastung trifft alle Erwerbstätigen, die Familien, den Mittelstand, uns!

Die Initiative der Linken und Gewerkschaften sieht die Möglichkeit einer Frühpensionierung für Personen mit einem Einkommen unter hundertzwanzigtausend Franken vor. Ich sage am 30. November klar Nein zur Initiative aus folgenden Gründen:

Selbst die Initianten haben keine Lösung auf die Frage, wie genau das Einkommen von hundertzwanzigtausend Franken definiert werden soll. Ist damit das letzte Einkommen gemeint? Oder aber ein Durchschnitt der vergangenen Jahre? Dieser willkürlich gewählte Wert öffnet Tür und Tor für Missbrauch.

Die Gewerkschaftsinitiative ist zudem eine Mogelpackung, weil sie ihre Zielgruppe völlig verfehlt. Profitieren sollen Personen mit niedrigen Einkommen. Diese können sich jedoch eine Frühpensionierung gar nicht leisten, weil sie auf eine volle Rente aus der zweiten Säule angewiesen sind. Mit der Initiative bleiben Kürzungen der zweiten Säule aber bestehen. Rechnen gehört wohl nicht zu den Stärken der Initianten!

Fast ein Drittel der Renten fliesst ins Ausland. Eine ordentliche Überprüfung des Rentenanspruchs ist damit nur mit immensem administrativem Aufwand und überdies mit zusätzlichen Kosten möglich oder, und das ist das wahrscheinlichere Szenario, komplett undurchführbar.

Ungleichbehandlung

Wer sich heute frühpensionieren lässt, hat eine lebenslange Renteneinbusse in Kauf zu nehmen. Die Initianten sehen vor, künftigen Frührentnern die volle AHV-Rente zu bezahlen. Das ist nicht nur eine unfaire Ungleichbehandlung, sondern ein Affront gegenüber denjenigen Personen, die heute eine Renteneinbusse hinnehmen oder tüchtig bis zum 65. Altersjahr arbeiten.

Gehen Sie am 30. November 2008 unbedingt an die Urne und sagen Sie entschlossen NEIN zur linken Gewerkschaftsinitiative «AHV-Alter senken». Zum Schutze unseres Sozialwerkes AHV, zur Entlastung der jungen Generation und für die faire Gleichbehandlung der AHV-Rentner! Helfen Sie mit, dass auch wir Jungen das Vertrauen in unser wichtigstes Sozialwerk und in den Generationenvertrag bewahren.

Andrea Pieren

Andrea Pieren ist Vizepräsidentin und Medienverantwortliche der SVP Burgdorf.