Nr. 32, 7. November 2008

Eigenständige Kantone und Eltern bodigen?
Mit Windeln in die Schule!

Von Matthias Hauser, Kantonsrat, Hüntwangen ZH

Der Zürcher Kantonsrat will nicht, dass sich die Zürcher Bildungsdirektorin in der EDK dafür einsetzen soll, HarmoS zu überarbeiten, um den Kanton Luzern wieder ins Boot zu holen. Zu diesem Vorschlag muss der Zürcher Regierungsrat bis am 20. November Stellung nehmen. Ich bin gespannt: Will er andere Kantone bodigen? Die Mehrheit des Zürcher Parlaments zeigte, dass sie genau dies will: Kantone, die anders entscheiden, zu HarmoS zwingen. Heute Luzern, morgen Graubünden, St. Gallen und Thurgau, und alle anderen, die noch über HarmoS abstimmen.

Das einzige Mittel gegen das Zürcher Diktat ist: Luzern unterstützen und Nein stimmen! Dann wird die EDK HarmoS überarbeiten, so, dass alle Kantone den Schuleintritt ein Jahr früher oder später ermöglichen müssen, ganz, wie die Eltern ihr Kind kennen. Sollen sich die Zürcher anpassen! Auch so kann harmonisiert werden!

Ist es wirklich nötig, Kinder, die in den Sommerferien vier Jahre alt werden, nach den Sommerferien in die Schule zu zwingen? In diesem Alter sind zehn Prozent der Kinder tagsüber nicht trocken und werden die Schule mit Windeln besuchen. Es wird mehr Verkehrsunfälle geben. Weshalb müssen in Zukunft Eltern ihr Kind auf dem Gesuchsweg zum Sonderfall werden lassen, wenn es ein Jahr später schulreif ist?

Zwang gegenüber Eltern und den Kantonen: Dieser Irrsinn kann nur mit einem Nein zu HarmoS am 30. November gestoppt werden.

Matthias Hauser