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Der aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer vom 20. Dezember 2002
Erpresser-Mentalität
Zur Diffamierung der Schweizerflagge
Selbstverständlich gibt er sich demonstrativ betroffen
selbstverständlich habe er nie und nimmer die Schweiz diffamieren wollen,
als er, Stuart Eizenstat, das «Gut zum Druck» erteilte für
den
niederträchtigen Buchumschlag zu seinem wieder einmal die Schweiz an
den
Pranger stellenden Pamphlet. So möchte sich Eizenstat das Mäntelchen
des
ahnungslos betroffenen Unschuldslamms umhängen, nachdem er Goldbarren,
Hakenkreuz und Schweizerflagge so skrupellos ehrverletzend ineinander verschlungen
hat. Als wüsste der saubere Herr, unter Clinton immerhin einst stellvertretender
Aussenminister der USA, gar nichts von jenem amerikanischen Gesetz, welches
jede Besudelung des Sternenbanners zur böswilligen Beleidigung der USA
erklärt und bestraft.
Nein, Eizenstat, virtuoser Giftmischer mit Worten, gibt noch eins obendrauf:
Sein Titelbild illustriere, behauptet er, nichts anderes als «die
Wirklichkeit». Denn die schweizerische Nationalbank habe im Krieg
tatsächlich Hehlerdienste für die Nazis geleistet, womit diesen
die
Weiterführung des Kriegs ermöglicht worden sei. Schon in seinem
Eizenstat-Bericht von 1997 hat er diese längst widerlegte Unterstellung
zum
Zwecke der Erpressung unseres Landes und seiner Banken ins Feld geführt.
Die Wahrheit ist: Als die Schweiz, Land ohne eigene Rohstoffe, in den Jahren
der nicht von der Schweiz verschuldeten vollständigen Umzingelung
durch
Hitlers Nazi-Reich allein um des Überlebens des Landes und seiner
Bevölkerung willen auf Einfuhren angewiesen war, ging dies nicht ohne
Einverständnis der Kriegführenden beider Kriegsparteien wohlgemerkt!
Um
die Schweiz überlebensfähig, unabhängig, wehrhaft und frei
als Stachel im
braunen Totalitarismus zu erhalten.
Soll denn die Schweiz heute die USA anklagen? Diese hätten als
sie bereits
jede Stadt in Deutschland mit ihren Bombern zu erreichen in der Lage waren
die Versorgung unseres umzingelten Landes aus der Luft vernachlässigt,
womit
sie uns schuldhaft von Zufuhren aus Nazi-Deutschland abhängig gemacht
hätten...?
Bedenklich genug, dass selbst einige Schweizer Eizenstats widerwärtige
Konstruktion nicht durchschauen wollen:
Jean Ziegler, der, um die Schweiz der Komplizenschaft mit Nazis
anzuschwärzen, auch schon grosse Eisenbahnunglücke schlicht erfunden
hat.
Oder Historiker Georg Kreis, der in den anklägerischen Schlussfolgerungen
der Bergier-Kommission offensichtlich jenen Hebel sieht, der die Grundlagen
der Schweiz Neutralität, Unabhängigkeit, direkte Demokratie,
persönliche
Freiheit zu naiv verklärten Mythen erniedrige und damit der Bevölkerung
entfremde.
Hiesige Echo-Geber des Stuart Eizenstat die vermögen wir zu verkraften.
Eizenstat selbst aber soll sich in unserem Land gefälligst nicht mehr
blicken lassen!
Ulrich Schlüer