Spalte rechts
Der
aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer vom 7.
Dezember 2007
Zum Tötungsdelikt auf dem Hönggerberg
Je mehr, desto liederlicher
Seit Jahren
wird die Armee immer weiter verkleinert. Der Geburtenrückgang liesse
gar keine andere Wahl, behauptet die Armee-Spitze. Beharrlich wird dabei ausgeklammert,
dass die Schweiz jährlich Zehntausende von Ausländern einbürgert.
Viele tausend davon wären militärdienstpflichtig. Sind es aber nicht,
weil das VBS Tausende dieser "Neubürger" für den Militärdienst
offensichtlich überhaupt nicht in Betracht zieht.
Eine weitere Beobachtung beunruhigt: Seit die Rekrutierung auf drei Tage ausgedehnt wurde, ist die Zahl der aus medizinischen Gründen Untauglichen tatsächlich deutlich zurückgegangen. Andererseits weist die Kurve der "aus psychiatrischen Gründen" Ausgemusterten steil nach oben. Obwohl die Zahl der Psychiatriefälle in der Schweiz nicht zunimmt. Weshalb also muss die Armee aus psychiatrischen Gründen immer mehr junge Leute vom Militärdienst fernhalten?
Es bedurfte äusserst hartnäckiger, mehrfach wiederholter Nachfrage, bis der Oberfeldarzt persönlich das Geheimnis hinter dieser rasch wachsenden Zahl von psychiatrisch begründeten Ausmusterungen lüftete: In diese Kategorie würden diejenigen Ausgemusterten eingeteilt, denen - trotz körperlicher Gesundheit - eine Waffe zu überlassen die Musterungs-Verantwortlichen als viel zu riskant beurteilen. Es seien in der überwiegenden Mehrzahl frisch Eingebürgerte, die - als Sicherheitsrisiko eingestuft - mit solcher Begründung von der Armee ferngehalten würden.
Das Tötungsdelikt Hönggerberg wird vor diesem Hintergrund zu einem tragischen Fehler in einem Zusammenhang, der den militärischen Stellen längst bekannt ist: Je mehr Einbürgerungen hierzulande durchgesetzt werden, je rigoroser das Volk von den Einbürgerungs-Entscheiden ausgeschlossen wird, je mehr Masseneinbürgerungen durch Funktionäre verfügt werden, desto mehr gefährliche Gewalttäter werden papierlich zu Schweizern gemacht. Desto mehr müssen, weil für die Milizarmee ein Gefahrenpotential darstellend, vom Militärdienst ausgeschlossen werden.
Klar wird vor diesem Hintergrund: Nicht die Armeewaffen gehören eingesperrt. Eingesperrt gehören jene verantwortungslosen Funktionäre, die für die liederlichen, unsere Milizarmee zerstörenden Masseneinbürgerungen verantwortlich sind. Und die mit Hilfe von sogenanntem "Datenschutz" ihre Liederlichkeit beim Einbürgern zu vertuschen verstehen.
Bis es, im Extremfall,
Tote gibt.
Ulrich Schlüer