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Der aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer vom 16. November 2007

"Komplott" gegen Christoph Blocher
Also doch!


Es bestand - so lautet das Ergebnis angeordneter Untersuchungen - also doch ein Plan, Blocher in Verruf zu bringen. Die Komplott-Schmiede stand in der Bundesanwaltschaft. Es wurde gezielt mit Unwahrheiten und masslosen Aufbauschungen operiert. Das Ziel: Bundesrat Blocher, der den unfähigen Bundesanwalt Roschacher zum Rücktritt bewegen konnte, in der Öffentlichkeit in Misskredit zu bringen, wozu Verdächtigungen selbst auf mögliche illegale Machenschaften in die Welt gesetzt wurden - ohne Grundlage, wie sich jetzt zeigt. Nur zur Diffamierung.

Und es bestand eine direkte Verbindung zu jener von Lucrezia Meier-Schatz präsidierten Subkommission der Geschäftsprüfungskommission (GPK), die das Konstrukt der Bundesanwaltschaft, zusätzlich angereichert mit weiteren Unterstellungen und Mutmassungen, in die Öffentlichkeit trug - ungeprüft, kritiklos, allein die Jagd auf den politischen Konkurrenten im Auge, nicht die Wahrheit. Wenig bis nichts war da Zufall. Alles war geplant, alles war Absicht.

Auch die Medien spielten ihre Rolle - die Rolle der breitflächigen Ausposauner. Kaum witterten sie die Chance, Blocher "zu erledigen", gierte jeder nur noch darauf, der erste, der aktuellste, der am schärfsten zuschlagende zu sein. Peinlich der Verzicht auf jegliche eigenständige Nachforschung. Peinlich die Bereitschaft, der Subkommissions-Präsidentin blindlings aus der Hand zu fressen - wenn es nur gegen Blocher ging. Für die Medien war die "Beweiskette" allein deshalb "lückenlos", weil Blocher auf der Anklagebank sass, weil Blochers Sturz greifbar schien.

Hätte Christoph Mörgeli jenes "Geheimdokument", aus dem das ganze Komplott gegen Blocher konstruiert wurde, nicht wenige Stunden nach seiner ersten, geheimnisumwitterten Erwähnung und der daraus abgeleiteten dramatischen Anklage-Eröffnung durch Meier-Schatz der staunenden Öffentlichkeit und versteinerten Medienleuten vorgelegt, so hätte die üble Rechnung allenfalls gar aufgehen können. Doch jetzt hat die Untersuchung ergeben: Alles, was Mörgeli präsentiert hat, war richtig, wahr. Alles, was Meier-Schatz zu diesem "Geheimdokument" behauptet hatte, war haltlos.

Müssten Bürgerliche, Konservative solche Tiefschläge einstecken, so würden alle Medien einstimmig in den gleichen Ruf verfallen: "Aufarbeitung" sei nötig! Jetzt aber, wo der von den Meiden so unkritisch hochgejubelte Auftritt Meier-Schatzens im totalen Flop endet, schweigen die Medien. Penetrant. So wie nur schweigt, wer als Komplize ertappt worden ist. Als Entlastungsoffensive wird allenfalls noch der Kopf von Frau Meier-Schatz gefordert. Im übrigen stürzt sich die Medienmeute auf neue Opfer. Nie nach Kriterien von Wahrheit oder Unwahrheit ausgesucht. Es geht um Sensation. Und es geht gegen die SVP.

Ulrich Schlüer

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