Nr. 28, 24. Oktober 2003
Wahlaussagen-Zensur
im Welschland?
Erfolg
Die «Schweizerzeit» hat am 3. Oktober 2003
in der «Spalte rechts»
darauf aufmerksam gemacht: Ein Wahlinserat mit wahrheitsgetreuer
Aussage über das Ausmass der Ausländerkriminalität fiel im
Welschland der Zensur zum Opfer.
Diese Massnahme, in einem
Brief von Publicitas Fribourg festgehalten, warf
hohe Wellen. Sie löste derart viele Proteste aus, dass die Zensurmassnahme
nach einigen Tagen widerrufen wurde. Das entsprechende Inserat konnte mit
der sachlich genau gleichen Aussage, wie sie auch in der Deutschschweiz
publiziert wurde, doch noch erscheinen.
Die Firma Publicitas, auf deren Stellungnahme zum Inserat die Meldung der
«Schweizerzeit» beruhte, gab unserer Redaktion gegenüber
eine besondere
Erklärung ab. Darin hielt Publicitas fest, dass die vorübergehende
Ablehnung
des Inserats mit Aussagen über die Ausländerkriminalität nicht
durch
Publicitas veranlasst worden sei. Die Ablehnung gehe vielmehr zurück
auf die
Verlage verschiedener Zeitungen. Publicitas habe als Agentur lediglich die
Tatsache dieser Ablehnung der Auftraggeberin, der Schweizerischen
Volkspartei (SVP), mitgeteilt. Publicitas selbst habe sich zum Inserat und
zu dessen Inhalt nicht geäussert, Publicitas nehme grundsätzlich
nicht
Einfluss auf den Inhalt von Inseraten.
Die «Schweizerzeit» gibt diese Klarstellung gerne an ihre Leserschaft
weiter
und hält dazu auch fest, dass zwischen der «Schweizerzeit»
und Publicitas,
deren Dienstleistungen die «Schweizerzeit» ebenfalls nutzt, noch
nie
Probleme bezüglich Inhalten von Inseraten entstanden sind. Im Brief von
Publicitas Fribourg, welcher der «Schweizerzeit» Anlass zur «Spalte
rechts»
vom 3. Oktober bot, erfolgte allerdings keinerlei Distanzierung von
Publicitas zum Entscheid gewisser Verleger.
Immerhin nehmen wir mit Befriedigung zur Kenntnis, dass sich Publicitas von
jeglicher Zensurierung von Inseraten mit politischen Aussagen distanziert.
Ulrich Schlüer