Nr. 27, 17. Oktober 2003

Wir Jungen tragen die Folgen
Mit Schulden ins Desaster

Von Claudia I. Morf, Baden AG

Wir sitzen heute auf einem Schuldenberg von über 100 Milliarden Schweizer Franken. Gigantisch! Dank der Ausgabenfreudigkeit des Bundes wird er weiter anwachsen. Das ist beängstigend, denn Schulden von heute sind Steuern von morgen. Wir Jungen müssen früher oder später dafür bezahlen. Uns wird jeglicher finanzielle Spielraum genommen! Stellen Sie sich vor, während jeder einzelnen Sekunde muss die Staatskasse 111 Franken Schuldzinsen bezahlen. 111 Franken jede Sekunde! Der Bund gibt heute für Schuldzinsen mehr aus als für die Bildung.
Warum haben wir uns denn derart verschuldet? Die Antwort ist klar: Der Staat macht viel zuviel und mischt sich überall ein. Die Ausgabenpolitik von Parlament und Bundesrat ist völlig verantwortungslos, die Budgetdebatten gleichen zunehmend Wunschkonzerten.
Darf es so weitergehen? Brauchen wir eine staatliche Exportförderungsorganisation wie die Osec? Ist es nötig, dass wir mit "Präsenz Schweiz" ein staatliches Fremdenverkehrsbüro betreiben?
Brauchen wir eine Rassismus-Kommission, die uns vorschreibt, was wir sagen dürfen und was nicht? Sind Wohnbauförderung und Filmförderung staatliche Aufgaben? Müssen alle Schulen ans Netz? Warum buttern wir so viel Geld ins Integrationsbüro, wenn die Schweiz gar nicht in die EU will? Brauchen wir ein eidgenössisches Gleichstellungsbüro? Als junge Frau muss ich Ihnen sagen: Das ist doch etwas aus der Generation von gestern! Ich lasse mir doch nicht von altmodischen Emanzen sagen, was ich zu tun habe!

Claudia I. Morf