Nr. 27, 17. Oktober 2003
Für Unabhängigkeit
und Freiheit
Ende der EU-Träumerei!
Von Natalie Rickli, Gemeinderätin, Winterthur
Ein EU-Beitritt würde
vor allem unsere persönlichen, direktdemokratischen Freiheiten gefährden.
Wenn wir dafür Volksrechte aufgeben müssten, ist das nicht nur "bedauernswert",
wie dies viele EU-Befürworter herunterzuspielen versuchen. Wir müssen
uns bewusst sein: Die direktdemokratischen Rechte haben die Schweiz stark
gemacht. Wir müssen uns immer wieder vor Augen halten, wie einzigartig
die schweizerische Demokratie ist. Ein Schweizer stimmt in einem Jahr über
mehr Vorlagen ab als ein Engländer in seinem ganzen Leben! Und seit der
Einführung des Bundesstaates in der Schweiz sind in unserem Land mehr
Volksabstimmungen durchgeführt worden als in allen anderen Ländern
dieser Welt zusammengerechnet!
Dies zeigt klar, dass die demokratischen Mitwirkungsrechte in allen anderen
Ländern sehr beschränkt sind. Vergleichen wir mit Deutschland: Über
die wichtigsten Fragen der letzten zwanzig Jahre konnte das Volk dort nie
abstimmen - weder zu den Maastrichter Verträgen, noch zum Euro, noch
zur Frage der Wiedervereinigung. Unvorstellbar für Schweizer!
Bei einem EU-Beitritt müsste die Schweiz in vielen relevanten Bereichen
EU-Recht übernehmen. Der Bundesrat weiss das. Doch für sein "strategisches
Ziel" EU-Beitritt ist er bereit, uns den weitgehenden Verlust an Selbstbestimmung
zuzumuten. Letzthin hat einer unserer Brüsseler Diplomaten gesagt, mit
dem EU-Beitritt gingen keine Volksrechte verloren - diese würden dann
einfach durch den Bundesrat wahrgenommen. So stellen sich unsere Funktionäre
die Demokratie vor - toll, nicht wahr!
In der EU werden die Kleinstaaten zunehmend eingeengt. Statt föderalistischer
Strukturen dominiert Brüsseler Bürokratie. Statt Demokratie gelten
zentralistische Weisungen. Was ist mit Irland geschehen, als es die Verträge
von Nizza nicht annehmen wollte? Es wurde so lange unter Druck gesetzt, bis
eine zweite Volksabstimmung das gewünschte Resultat brachte. Was ist
mit Österreich geschehen, als in völlig regulärer Wahl die
Sozialisten abgewählt wurden? Kleinstaaten werden von der EU unterdrückt
und schikaniert, wenn ihr Handeln den Oberen in Brüssel nicht ins Konzept
passt! Auf die EU-Mitgliedschaft dürfen wir uns nicht einlassen.
Natalie Rickli