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Der aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer vom 26. September 2003
Millionen
gegen Aids?
Departement Metzler
unterläuft wirksamen Aids-Schutz
Mit wahrhaft pathetischen
Worten hat Bundespräsident Pascal Couchepin der Uno-Vollversammlung «vollen
Einsatz der Schweiz» bei der Aids-Bekämpfung versprochen. Und alsogleich der
zu New York etablierten Aids-Bürokratie viel Geld - Steuergelder! - in Aussicht
gestellt.
Was aber geschieht in der Schweiz?
Tatsache 1: Das Bundesamt für Gesundheit meldet eine dramatische Zunahme
von Aids-Fällen: Volle fünfundzwanzig Prozent mehr im Jahr 2002!
Tatsache 2: In der Südhälfte Afrikas sind Abermillionen von Afrikanern
HIV-Träger.
Tatsache 3: Allein im ersten Halbjahr 2003 sind aus dieser am stärksten
von Aids verseuchten Region der Welt rund dreitausend Menschen in die Schweiz
eingewandert zumeist unter Asylvorwand.
Tatsache 4: Diese Schwarzafrikaner stellen 0,3 Prozent der gegenwärtigen
Wohnbevölkerung in der Schweiz. Aber volle zwanzig Prozent aller in der Schweiz
neu registrierten Aids-Ansteckungen entfallen genau auf diese Schwarzafrikaner.
Tatsache 5: Das Departement Metzler weigert sich kategorisch, alle aus
Schwarzafrika stammenden Asylbewerber einem Aids-Test zu unterziehen. Weil
dies «diskriminierend» sei.
Das heisst: Bundesrätin Ruth Metzler lässt wissentlich viele hundert mit Aids
infizierte Schwarzafrikaner ungetestet in der Schweiz herumlaufen. Ein Politiker
Grossrat Philipp Müller aus dem aargauischen Reinach bezeichnet dies als
Skandal, als untolerierbare Verantwortungslosigkeit des Departements Metzler.
Philipp Müller geriet darob in Teufels Küche allein deshalb, weil er seinen
mehr als berechtigten Vorwurf in der «Schweizerzeit» äusserte.
Es sei, wird ihm vorgeworfen, «diskriminierend», diese Schwarzafrikaner als
besonders zu kontrollierende Risikogruppe für Aids zu bezeichnen. Und vor
allem sei unverzeihlich, dass Philipp Müller seine Warnungen in der «Schweizerzeit»
veröffentlicht habe.
Da zeigt sich der Charakter der Classe politique: Lieber setzt sie Hunderte
junger Schweizerinnen und Schweizer einer Aids-Ansteckung aus, als dass sie
einen in der «Schweizerzeit» aufgedeckten skandalösen Tatbestand beseitigt.
Dafür überweist sie von Zeit zu Zeit einige Dutzend Millionen an die Aids-Bürokratie
der Uno als angeblich substantiellen Beitrag zur Aids-Bekämpfung.
Ulrich Schlüer