|
Nr.
24, 19. November 1999
Linkes
Schweizer Fernsehen
So manipuliert die Tagesschau
Von Philippe P. Mägerle, Zürich
Die Tagesschau gilt seit Jahren als Hort linker Ideologen beim Schweizer
Fernsehen
(siehe «Schweizerzeit» vom 5. November 1999). Konkret nachweisen lässt
sich diese
Linkslastigkeit jedoch nur in den wenigsten Fällen, zumal auch die dafür
zuständigen
Instanzen (Ombudsstelle und Unabhängige Beschwerdeinstanz UBI) von Personen
aus
dem linken resp. linksliberalen Dunstkreis besetzt sind.
Zur
notorischen Linkslastigkeit kommt in jüngster Zeit auch eine noch schwerer
nachzuweisen-
de und äusserst subtile EU-Lastigkeit. Das heisst, die Tagesschau selektiert
ihre Nachrichten
so, dass diese die sozialistisch-zentralistische und nachweislich
korrupte EU in einem günsti-
gen Licht erscheinen lassen. Dazu drei aktuelle Beispiele:
Beispiel
1: Nach dem grandiosen Triumph der SVP bei den eidgenössischen Wahlen vom
24.
Oktober 1999 sah sich die Tagesschau-Redaktion veranlasst, über die entsprechenden
Reak-
tionen im EU-Parlament zu berichten. Dabei kamen drei unbekannte Politiker
aus dem Mitte-
Links-Spektrum zu Wort, die sich mehr oder weniger abfällig über
einen Viertel der Schweizer
Stimmbürger äusserten. Als einziger, der sich erfreut zeigte über
den Sieg der SVP, wurde der
als Extremist bekannte Franzose Jean-Marie Le Pen präsentiert. Die Tagesschau
verzichtete
also gezielt darauf, die positive Reaktion eines gemässigten konservativen
EU-Skeptikers ein-
zuholen, obschon solche Politiker (z. B. bei den britischen Konservativen)
in Strassburg we-
sentlich zahlreicher sind als die Frontisten Le Pens.
Beispiel
2: In Grossbritannien gab Anfang November der prominente konservative EU-Skeptiker
Michael Portillo sein politisches Comeback. Die Tagesschau, die ansonsten
jede noch so kleine
Regung ihrer roten Dandys im Ausland, etwa eines Daniel Cohn-Bendit
oder eines Oskar Lafon-
taines, aufmerksam begleitet, berichtete über dieses - nicht nur
für Grossbritannien - wichtige
Ereignis kein Wort.
Für
sich allein genommen, mögen diese Fälle von Verzerrungen und Unterschlagungen
unbe-
deutend erscheinen. Unzweifelhaft stellen sie jedoch Steine in einem Mosaik dar,
das das Bild
einer einseitigen und unausgewogenen Berichterstattung durch die Tagesschau
zeigt. Diese
versucht mit allen Mitteln zu verheimlichen, dass es auch im nahen
und fernen Ausland erfolg-
reiche bürgerlich-konservative und EU-kritische Bewegungen gibt. Die Tagesschau
setzt alles
daran, um rechte und EU-skeptische Parteien und Politiker im Ausland
entweder als Extremi-
sten zu dämonisieren oder - wo dies nicht möglich ist - einfach zu
verschweigen. So sollen die
Schweizer demoralisiert werden und das Gefühl erhalten, sei seien noch
die letzten Mohikaner.
Diese Taktik nennt man Defaitismus.
**Zurück
zum Inhaltsverzeichnis der Ausgabe Nr. 24 vom 19. November 1999**
|