Nr. 24, 19. September 2003
Der
Niedergang des Wirtschafts-, Finanz- und Währungssystems ist eingeleitet
Ende des Wohlstands
Von Roland Baader, Waghäusel, Deutschland
Ist die Deflations-Furcht
des amerikanischen Notenbank-Präsidenten (oder
Fed-Gurus) Alan Greenspan berechtigt? Steht der westlichen Welt eine zweite
Weltwirtschaftskrise nach Art der grossen Depression von 19291932 bevor?
Oder droht uns «nur» ein langes Dahinmarodieren, wie es Japan
seit nunmehr
vierzehn Jahren erlebt?
Oder werden die Ozeane
aus «leichtem Geld», wie sie die Zentralbanken
allen voran das amerikanische Fed seit Jahrzehnten (vor allem in den
sechzehn Greenspan-Jahren mit «Turboantrieb») in die Volkswirtschaften
pumpen, nicht eher in eine galoppierende Inflation führen? Oder werden
wir
eine lange wirtschaftliche Stagnation mit anziehenden Inflationsraten
erleben, also das, was man Stagflation nennt?
Geld aus dem Nichts
Fest steht: Es gibt weltweit unter Hunderten von Nationen und seit hundert
Jahren nicht eine einzige fiat money-Währung («fiat money»
ist der englische
Ausdruck für deckungsloses Papiergeld, das «aus dem Nichts»
geschaffen wird
so wie in der biblischen Schöpfungsgeschichte mit Gottes Befehl «fiat
lux»
«es werde Licht!» das Licht aus dem dunklen Nichts entstand),
die ihre
Kaufkraft auch nur einigermassen hätte bewahren können. Selbst die
als
Stabilitäts-Weltmeisterin gepriesene Deutsche Mark besass beim Übergang
zum
Euro, also 50 Jahre nach ihrer Einführung, nur noch rund fünf Prozent
ihrer
ursprünglichen Kaufkraft. Und keine Zentralbank, ob «unabhängig»
oder nicht,
war in der Lage, diese Zerstörungsprozesse zu verhindern. Das einzige,
was
eine «gute» Zentralbank bewirken konnte, war ein langsamerer
Kaufkraftzerfall der eigenen Währung gegenüber fremden Währungen.
Als Gold noch Geld war im Klartext: Als die Geldscheine noch goldgedeckt
waren, hat die Welt der Preise ganz anders ausgesehen: Die britischen Preise
waren im Jahr 1914 noch annähernd die gleichen wie zweihundert Jahre
zuvor;
und die amerikanischen Preise von 1939 waren ebenfalls fast gleich denen des
Jahres 1749 (dem frühesten Jahr mit verlässlichen Daten). Diese
Preisstabilität bedeutete zugleich einen enormen Wohlstandszuwachs der
davon
profitierenden Bevölkerungen, weil sich die Einkommen der Briten und
Amerikaner im Verlauf jener 200 Jahre besonders seit der
Industrialisierung vervielfacht hatten.
Geldpolitische Missgeburt
Fest steht ferner, dass das Auftreten von boom and bust-Zyklen (boom =
Hochkonjunktur; bust = Bankrott) in der industrialisierten Welt erst seit
der Gründung von Zentralbanken zu beobachten ist. Auch vorher hat es
gelegentlich leichte konjunkturelle Wellen gegeben, aber die verrück-ten
Ausschläge der Wirtschaftsgeschich-te, Euphorie und Crash, siedender
Aufschwung und Depression waren immer und überall Ausgeburten des
Zentralbankensystems und seiner Kreditexpansion. Die boom and bust-Zyklen
begannen im 18. Jahrhundert mit den Anfängen des Zentralbankwesens und
haben
sich seither entsprechend der immer grösseren Rolle und der immer
weiteren
Verbreitung von Zentralbanken immer weiter über den Globus ausgebreitet
und immer grössere Ausmasse angenommen. Sie sind das sollte man
sich fest
einprägen! keine Geschöpfe der Marktwirtschaft oder der westlichen
Zivilisation!
Entgegen allen anders lautenden und weit verbreiteten Theorien war auch die
grosse Weltwirtschaftskrise der dreissiger Jahre ausgehend von den USA
eine Missgeburt der Geldpolitik und des Fed (Fed, das Federal Reserve
System, ist der Name des amerikanischen Zentralbanksystems). In den
zwanziger Jahren hatte die Inflation in England zu massiven Goldabflüssen
aus Grossbritan- nien in die USA geführt. Die damals die Geldpolitik
bestimmende Fed-Filiale in New York beschwor deshalb die Bank von England
(die englische Zentralbank), das Geld- und Kreditangebot in den USA zu
inflationieren, um den (nach dem Ersten Weltkrieg wiederbelebten, aber
unsolide gebauten) britischen Gold-Devisen-Standard aufrechterhalten zu
können. Dieser Wunsch wurde bereitwillig erfüllt. Der auf diese
Weise
künstlich angeheizte Boom der zwanziger Jahre musste letztlich
zusammenbrechen. Er löste jene Depression aus, die sich ab 1929 rund
um den
Globus fortsetzte. Seltsamerweise hält sich das monetaristische Märchen,
dass das Fed die Depression verschlimmert habe, weil es für die scharfe
Kontraktion der Geldmenge zwischen 1929 und 1933 verantwortlich gewesen sei.
Der amerikanische Ökonom Murray N. Rothbard hat jedoch nachgewiesen,
dass
das Gegenteil der Fall gewesen ist: Das Fed und die US-Regierung haben ihr
Bestes getan, um weiter zu inflationieren, aber das wachsende Misstrauen der
Bevölkerung ins Bankensystem machte ihnen einen Strich durch diese Rechnung.
Turbo-Kapitalismus?
Von Rothbard, einem der genialsten Köpfe der Neuzeit, stammen die
eindringlichen Sätze: «Inflation, Kreditexpansion, Konjunkturzyklen,
Staatsverschuldung und hohe Steuern sind nicht Begleiterscheinungen des
Kapitalismus oder der Ðmodernen Zeitð. Im Gegenteil! Das sind zutiefst
antikapitalistische und parasitäre Auswüchse, die der kapitalistischen
Ordnung vom interventionistischen Staat aufgehalst werden.» (Rothbard
1995,
freie Übersetzung des Verfassers). Jeder Bürger der (noch) freien
Welt
sollte sich diese Sätze einrahmen und übers Bett nageln, denn es
kommt der
Tag wie er schon einmal gekommen ist , an dem die Intellektuellen
und die
Medien hinsichtlich der dann manifesten Depression unisono beteuern werden,
auch diese neuerliche Weltwirtschaftskrise sei die Folge des «schrankenlosen
Neoliberalismus» und des «aus allen Fugen geratenen Turbo-Kapitalismus».
Und
die Sozialisten der Welt (die auf dem Globus noch immer haushoch in der
Überzahl sind, auch im Westen!) werden triumphierend verkünden:
Marx hat
recht behalten mit seiner These, dass sich die Krisen des Kapitalismus von
Mal zu Mal verschärfen werden, bis der Kapitalismus insgesamt schliesslich
in einem finalen Zusammenbruch hinweggefegt wird.
Dieser Marxsche Unsinn wird nur dann bittere Realität werden, wenn die
Menschen an ihrem Irrglauben festhalten, die Institutionen der «modernen
Wirtschaft», nämlich das deckungslose staatliche Papiergeld, die
Zentralbanken, das auf Mindest-Reserven basierende Bankensystem (fractional
reserve banking) und die Staats-Zuständigkeit für Wachstum, Vollbeschäf-
tigung und Konjunktur, seien Bestandteil ja sogar wesentliche Elemente
des «modernen Kapitalismus» bzw. der Marktwirtschaft. Wenn die
Bürger der
(noch) freien Welt nicht erkennen, dass es sich bei diesen Institutionen in
Wahrheit um staatlich-machtpolitische Krebsgeschwüre handelt, welche
der
Marktwirtschaft zwangsweise implantiert wurden und dass es sich
insbesondere beim fiat money um eine Blutvergiftung handelt, eine tödliche
Vergiftung des kapitalistischen Wirtschaftskörpers mit sozialis- tischem
Geld.
«Leichtes Geld»
Ähnlich dem Clausewitz-Wort vom Krieg als der «Fortsetzung der
Politik mit
anderen Mitteln», so sind das «fiat money» und das
Bruchteilsreserven-Bankwesen eine Fortsetzung der Steuerpolitik mit anderen
Mitteln: Sind die Bürger mit Steuern und Abgaben so weit ausgepresst,
dass
eine weitere Erhöhung der Last einen geringeren Steuerertrag bringt
(«Laffer-Kurve»), dann weicht die politische Kaste auf eine entfesselte
Staatsverschuldung auf die «lautlose Besteuerung»
aus. Hat man diese
wiederum so weit getrieben, dass allein schon die Zinslast den Steuerertrag
überproportional zur «politischen Aufschuldungsrendite» schrumpfen
lässt,
dann greifen die Machteliten zur perfidesten aller Ausbeutungsarten: zur
Flutung der Volkswirtschaften mit Ozeanen von «leichtem (Kredit-)Geld»
und
damit zur Konfiskation der Lebensersparnisse der Bürger durch offene
und/oder verdeckte Inflation und durch Währungszerfall. Nicht ohne Grund
wurden alle Goldwährungen jeweils zu Beginn der grossen Kriege abgeschafft.
Mit den unter der Domäne des Goldes nur offen (und nicht verdeckt)
eintreibbaren Steuern hätte man sowohl den Ersten als auch den Zweiten
Weltkrieg höchstens drei Wochen lang führen können.
Makro-Klempner
Doch diese «Flutungen» führen unvermeidlich und immer wieder
zu masslosen
«Aufschwüngen», zu Börsen- und Immobilien-Blasen, zu
riesigen Konsum- und
Verschuldungsschüben, die irgendwann platzen und zusammenbrechen müssen
mit unabsehbaren wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Folgen.
Einzig die Ökonomen der sogenannten Österreichischen Schule der
Nationalökonomie verfügen über eine mit dem Theoriegebäude
der
Marktwirtschaft konsistente Geld- und Konjunkturtheorie und warnen deshalb
seit fast hundert Jahren vor den verhängnisvollen Irrtümern der
Geld-,
Kredit-, Zins- und Nachfrage-Theorien der Zeitgeist-Ökonomen (schon 1912
hat
Ludwig von Mises, der Ökonomie-Gigant der Neuzeit, mit seinem Buch «Theorie
des Geldes und der Umlaufsmittel» das noch heute beste Lehrbuch zum
Verständnis des Wesens von Geld, Kredit und Konjunkturzyklen publiziert).
Aber diese Ökonomen der Österreichischen Schule stellen heute
besonders
seit den alchimistischen Irrlehren von Lord Keynes eine Minderheit dar,
und in Deutschland gibt es heute keinen einzigen «Österreicher»
mehr auf
einem Lehrstuhl; Friedrich A. von Hayek war der letzte. Die seit Jahrzehnten
betriebene mathematisierte Makro-Klempnerei, die sich mit hochstaplerischer
Anmassung «Nationalökonomie» nennt, hat nur ein müdes
Lächeln für die
«altmodischen Österreicher» übrig und bereitet mit ihren
geld-, kredit-,
zins-, beschäftigungs-, wachstums- und finanzpolitischen Lehren seit
Jahrzehnten den (angeblich «wissenschaftlichen») Nährboden
für die
zerstörerische Politik der Regierungen, Parteien und Interessenverbände.
Abgründe
Einer der letzten Grossen der «alten Garde» der Österreichischen
Schule,
Professor Hans F. Sennholz (ein Deutscher, aber seit sechzig Jahren in den
USA lebend) hat kürzlich über das Internet einen Aufsatz verbreitet,
in
welchem er basierend auf der Weisheit und Erfahrung seiner 81 Lebensjahre
(sinngemäss) schreibt:
«Es gibt im Kapitalismus keinen Deflationsabgrund, der die Ökonomie
verschlingen könnte. Aber es gibt Abgründe, welche ganze Nationen
verschlingen können, wenn ihre Regierungen und Notenbanken eine abgründige
Politik betreiben. Siehe Japan: Seit die gigantische Blase 1990 geplatzt
ist, hat die japanische Regierung versucht, sich aus der Rezession mit
Unmassen Geld Ðherauszukaufenð, aber was sie damit erreicht hat, war
lediglich eine Vertiefung und Verlängerung der KriseS Und damit hat sie
permanent die notwendigen Anpassungs- und Restrukturierungsprozesse
verhindert. Massive Haushaltsdefizite fressen nach wie vor die Ersparnisse
der Bürger auf, und falsche Zinssätze halten alte Fehlstrukturen
am Leben
und schaffen neue hinzu. Sinkende Preise erfordern keine gegensteuernden
Zentralbankmanöver. Ein gegebener Geldstock, ob gross oder klein, ist
immer
hinreichend für die laufenden Tauschprozesse. Die Vorstellung, dass ein
wachsendes Geldvolumen wirtschaftlich und gesellschaftlich wohltätig
und
wünschenswert wäre, ist einer der grössten Irrtümer unserer
Zeit. Dieser
Irrtum hält sich seit Jahrhunderten. Er hat zahllose Währungen ruiniert,
unsägliches Leid über die Völker gebracht und gesellschaftliche
und
politische Umbrüche erzeugt. Und doch wird der Irrwitz immer weiter
betrieben» (Sennholz 2003: www.sennholz.com).
Heisse Luft
Quizfrage: Von wem stammen folgende Sätze (freie Übersetzung des
Verfassers): «Das Preisniveau von 1929 (in den USA) war nicht viel anders
als das von 1800. In den zwei Dekaden jedoch, die der Abschaffung des
Goldstandards im Jahr 1933 folgten, hat sich der Konsumentenpreis-Index in
den USA nahezu verdoppelt; und in den darauffolgenden vier Dekaden haben
sich die Preise verfünffacht. Die von den Beschränkungen der heimischen
Gold-Konvertibilität entbundene Geldpolitik hat unablässig eine
übermässige
Geldversorgung zugelassen. Noch vor einer Dekade schienen die
Zentralbank-Chefs, auf mehr als ein halbes Jahrhundert der chronischen
Inflation zurückblickend, der Überzeugung zu sein, dass eine fiat-Währung
inhärent Exzessen unterworfen ist.»
Diese Sätze stammen vom Chef der amerikanischen Notenbank, Alan Greenspan
(in einer Rede vor dem New York Economic Club vom Dezember 2002). Mit der
Redewendung «noch vor einer Dekade» wollte Greenspan zum Ausdruck
bringen,
dass er selber dieses «eiserne Gesetz» durchbrochen und widerlegt
habe. Und
ausdrücklich sagte Greenspan, dass die letzten zwanzig Jahre gezeigt
hätten,
dass «eine kluge Geldpolitik, über längere Zeit durchgehalten,
die Kräfte
der Inflation im Zaum halten kann».
Wie hat dieses «im Zaum halten» in Wirklichkeit ausgesehen? Während
der
bisherigen Amtszeit Greenspans hat sich die Geldbasis der amerikanischen
Ökonomie verdreifacht, obwohl das Bruttoinlandprodukt (BIP) in derselben
Zeitspanne nur um 50 Prozent gewachsen ist. 50 Prozent mehr Waren und
Dienste also, aber 300 Prozent mehr Geld und Kredit. Unter Greenspan hat das
Fed der Dollarflut fünftausend Milliarden hinzugefügt. Diese «heisse
Luft»
hat es ermöglicht, ja weitgehend sogar ursächlich bewirkt, dass
sich in den
sieben Jahren von 1995 bis 2002 die grösste Börsenblase des 20.
Jahrhunderts
vielleicht sogar aller Zeiten aufblähte. Zugleich ist inmitten
dieses
buchstäblichen «Scheinreichtums» die Sparneigung der Amerikaner
gegen null
gesunken, und die nahezu beliebige Verfügbarkeit billigen Kreditgeldes
hat
die Bürger in einen Konsumrausch versetzt, welcher wiederum die Investoren
und Unternehmen zum Auf- und Ausbau illusorischer Angebotskapazitäten
verleitet hat.
Wohlstandsvernichtung
Das finale Ergebnis des Wahnsinns: Der (in absoluten Zahlen) grösste
Börsencrash der Weltgeschichte und Staat, Unternehmen und Privathaushalte
im gigantischsten Schuldensumpf aller Zeiten. Einerseits können wir noch
froh sein, dass sich die Blase auf den Vermögensmärkten gebildet
hat. Hätte
sich die Geldflut in die Gütermärkte ergossen, so befänden
wir uns längst
inmitten einer Hyperinflation. Andererseits sind mit der Vernichtung eines
Gutteils des «leichten Geldes» in der fast dreijährigen Aktien-Baisse
die
Folgen des Booms noch lange nicht ausgestanden. Die vom Geldstrom
fehlgelenkten Produktions- und Bilanzstrukturen werden uns noch das Fürchten
lehren. Die seit einiger Zeit angeblich aus Furcht vor Deflation
betriebene massive Re-Inflationierung kann den Zusammenbruch der Konjunktur
und des Dollars zwar hinausschieben, erhöht aber nur die Fallhöhe
des
letztlich unvermeidlichen Absturzes. Es ist nicht mehr unwahrscheinlich,
dass der damit eingeleitete Niedergang des Wirtschafts-, Finanz- und
Währungssystems der westlichen Welt alles bisher Dagewesene übertreffen
wird
und dass das «fiat money» wieder einmal alles vernichten
wird, was die
Menschen vermittels der kapitalistischen Wirtschaftsordnung (oder jedenfalls
vermittels des Restkapitalismus, den die sozialkleptokratische Politik noch
übriggelassen hat) in lebenslanger, ja oft generationenlanger Arbeit
an
Wohlstand geschaffen haben.
Leider spielt auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) in dieser
Titanic-Kapelle mit. Anstatt eine bereinigende und nur relativ kurzzeitig
schmerzende Deflation zuzulassen (welche immerhin die Kaufkraft des Frankens
und damit der Schweizer Bürger erhöhen würde),
ist sie (wie Greenspans
Fed) bereit, alle Register zu ziehen, um wie sie verlauten liess
«ein
Abgleiten der Schweizer Wirtschaft in eine Deflation zu vermeiden».
Notfalls
will die SNB Staatsobligationen aufkaufen, das heisst monetarisierte
Schulden noch einmal monetarisieren, obwohl die Ökonomen schon vor hundert
Jahren wussten (und noch heute wissen), dass man strukturelle Probleme nicht
mit monetären Mitteln bekämpfen, sondern die Krise nur vertiefen
und
verlängern kann (und die Deflation ist Symptom struktureller Probleme,
ein
Rekonvaleszenz-Schüttelfrost zur Bereinigung falscher Angebotsstrukturen).
Dabei hat die Schweiz, soweit ich weiss, das Glück, einen leibhaftigen
«Austrian» an der Uni Bern zu haben (Harris Dellas). Die Schweizer
Bürger
sollten auf ihn hören statt auf die Zeitgeist-Ökonomen der Nationalbank.
Totentanz der Zivilisation
Keine Lüge und keine Täuschung sind den politischen Kasten zu abgeschmackt,
um das einzig wahre Geld und die einzige der Reichtumsmaschine
Marktwirtschaft wesensgerechte Währung nämlich die Goldwährung
weiterhin
zu verhindern. Denn mit Gold als Geld können sie keine Kriege führen,
weder
die lauten Kriege mit Bomben und Raketen, noch die leisen Kriege gegen die
eigene Bevölkerung in Form der lautlosen Enteignungen über Verschuldung,
Inflation und Notenpresse. Die politischen Feldherren dieser lauten und
leisen Kriege (und ihre intellektuellen Hofschranzen in den Medien) werden
sogar nach Währungsreform und Staatsbankrott wieder auf ein «neues»
Papiergeld setzen. Und zwar um jeden Preis, weil ihnen Gold als Geld nicht
die beliebig vermehrbare heisse Luft zur Verfügung stellen würde,
mit der
sie Wählerstimmen (sprich: Macht und Pfründen) kaufen können
mit
Abertausenden von Milliarden, die sie den «Beschenkten» vorher,
gleichzeitig
oder hinterher (meist unbemerkt) aus der Tasche ziehen; weil sie mit Gold
als Geld einpack- en, nach Hause gehen und einer ehrlichen Arbeit nachgehen
müssten.
An diesem Totentanz der Zivilisation trägt eine Gruppierung eine noch
grössere Schuld als die Politiker und Notenbanker: nämlich die Ökonomen
auf
den volkswirtschaftlichen Lehrstühlen. Die politischen Eliten, die
Notenbank-Funktionäre und die Bevölkerung sind dem dumm-dreisten
Macht-,
Neid- und Gier-Spiel der Umverteilung gewissermassen «ausgeliefert»,
teils
durch die Mechanismen der Macht, teils durch Unkenntnis. Einzig die Ökonomen
müssten es besser wissen und müssten sich ausserhalb des makabren
Spiels
stehend als neutrale und kundige Beobachter bzw. als Wissenschafter
radikal gegen dieses Zerstörungswerk stellen und massive Aufklärung
der
Öffentlichkeit betreiben. Aber sie tun es nicht, zumindest nicht bei
den
entscheidenden Aspekten des Destruktivismus: dem «fiat money»,
dem
«fractional reserve banking» und dem Märchen von der «notwendigen
Stützung
der Nachfrage» und der angeblich «segensreichen Wirkungen der
Staatsausgaben». Pascal Salin, Ökonomie-Professor an der Universität
Paris-Dauphine, hat in einem Interview mit dem Austrian Economic Newsletter
berichtet: «Hayek hat mir einmal gesagt, dass die Denker der
Österreichischen Schule ein Teil der Hoffnung seien, die er für
die Welt
hege. Ich (Salin) würde sagen: Die ÐÖsterreicherð sind nicht
Teil der
Hoffnung, sondern die einzige Hoffnung.»
Roland Baader