|
Nr.
23, 5. November 1999
Willfähriges
Instrument in den Händen von Frank August Meyer?
Unglaubwürdige Antirassismus-Kommission
Von Thomas Meier, Zürich
In die wohlorganisierte
Schmutzkampagne gegen Christoph Blocher, die eine Woche
vor den Wahlen durch eine Kolumne des «SonntagsBlick»-Schreibers
Frank August
Meyer eröffnet worden ist und das Ziel hatte, den sich abzeichnenden
Wahlerfolg der
SVP zu verhindern, war offensichtlich auch die «Eidgenössische
Kommission gegen
Rassismus» eingebunden.
Die Kampagne war generalstabsmässig
organisiert. Lostreten durfte sie am 17. Oktober 1999
der «SonntagsBlick»-Kolumnist Frank August Meyer mit einem
von Hass, Genugtuung und
Selbstzufriedenheit geradezu triefenden Hetzartikel. Als Helfershelfer
betätigte sich der Präsi-
dent der «Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus»
(EKR), Professor Georg Kreis,
der die Veröffentlichung des Frank A. Meyer mit einem engagierten
Kommentar mitsamt Kon-
terfei unterstützte. Bereits zwei Tage zuvor war das gemeinsame Inserat
von SP und CVP dis-
poniert worden, welches am Dienstag nach der «SonntagsBlick»-Publikation-
flächendeckend
in Deutschschweizer Zeitungen erschien.
Einen Tag später,
am 20. Oktober 1999, wandte sich dann die «Eidgenössische Kommission
gegen Rassismus» mit einer Pressemeldung an die Öffentlichkeit.
In dem Communiqué verlieh
die EKR ihrer «Befriedigung» Ausdruck, «dass die lobenden
Worte, die Nationalrat Christoph
Blocher für die Publizistik des notorischen Antisemiten und Holocaust-Leugners
Jürgen Graf
gefunden hat, bei der grossen Mehrheit der massgebenden Stimmen auf Ablehnung
gestossen
sind». In dem Pressetext hält die EKR abschliessend fest, dass
es «nicht akzeptabel» sei,
«wenn Täter, die den Antisemitismus durch ihr Handeln (...)
begünstigen, sich selber schnell
als Opfer einer Medienkampagne darstellen».
Veröffentlichung
ohne Rücksprache
Georg Kreis hat dieses
Communiqué der Antirassismus-Kommission offensichtlich ohne Rück-
sprache mit deren Mitgliedern veröffentlichen lassen; gemäss
zuverlässigen Informationen ha-
ben 16 von 19 Kommissionsmitgliedern nichts von dem Text gewusst und auch
keinen entspre-
chenden Entschluss gefasst. Nur gerade der Präsident selber sowie
seine beiden Vizepräsiden-
tinnen, Boël Sambuc und Cécile Bühlmann, die als Nationalrätin
der Grünen Partei selber im
Wahlkampf stand, waren in die Aktion eingeweiht.
Tiefpunkt der politischen
Kultur
Die «Eidgenössische
Kommission gegen Rassismus» hat eine beratende Aufgabe gegenüber
dem Bundesrat. Ihr Mandat besteht in der Prävention von Rassismus,
Antisemitismus und
Fremdenfeindlichkeit. Dass sich eine solche Kommission in eine Schmutzkampagne
gegen
einen Politiker einbinden lässt, stellt einen neuen Tiefpunkt in
der politischen Kultur unseres
Landes dar.
Nicht neu ist die
Tatsache, dass verschiedene Medien, allen voran der «Sonntags-Blick»,
der
«Blick» und der «Tages-Anzeiger» (dessen abgehalfterte
Chefredaktorin ihren abgrundtiefen
Hass gegen die SVP letztmals am «Zischtigs-Club» vom 26. Oktober
zur Schau stellte), ihre
Aktivitäten gegen die politische Rechte konzertieren. Ungewöhnlich
ist aber, wenn sich eine
eidgenössische Kommission in eine politische Kampagne einspannen
und, wie vorliegend, ans
Gängelband eines Frank August Meyer nehmen lässt. Eine solche
Entwicklung darf in unserer
direkten Demokratie nicht tatenlos hingenommen werden; die Gleichschaltung
von Medien und
staatlichen Einrichtungen stellt ein Hauptmerkmal eines totalitären
Regimes dar.
Thomas Meier
**Zurück
zum Inhaltsverzeichnis der Ausgabe Nr. 23 vom 5. November 1999**
|