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Der
aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer vom 21.
Oktober 2005
Zum Aktivismus der Antirassismus-Kommission
Selbsternannte "letzte Instanz"
Das Schweizer
Fernsehen präsentiert Schulentlassene. Ohne Lehrstelle. Die Namen der
Schulentlassenen machen klar: Sie stammen aus Balkan-Ländern. Jetzt,
in Emmen, finden sie keine Lehrstellen.
Im Rücken der lehrstellenlosen Jugendlichen: leere Schaufenster, Zeugen
eingegangener Ladengeschäfte und Gewerbebetriebe. Weil die in grosser
Zahl in Emmen lebenden Ausländer Einkaufszentren und Grossbetriebe dem
einheimischen Kleingewerbe offensichtlich vorziehen. Was diese Gewerbler dem
Kampf ums nackte Überleben aussetzt. Kommt es so weit, dass sie sich
Lehrlinge, besonders solche mit Sprachschwierigkeiten, nicht mehr leisten
können, geraten sie plötzlich unter Anklage: Diskriminierung, Rassismus!
So schmäht sie die Anti-Rassismus-Kommission ("Tages-Anzeiger",
13. 10. 2005).
Etwa gleichzeitig weckt ein schweres Gewaltverbrechen Erschütterung.
Ein Mann brachte zwei Frauen um. Der Täter, gemäss Medienberichten:
"Ein Schweizer". Tele-Züri ergänzt: "Mit Herkunft
Balkan". Ist sie gestattet, diese - nachweisbar der Wahrheit entsprechende
- Zusatzinformation?
Was Leute denken, meint die Anti-Rassismus-Kommission unter ihrem Vordenker
Professor Kreis, könnten Funktionäre und Rechtdenkende nicht regulieren.
Sollte aber beispielsweise ein Hausbesitzer für sich die Konsequenz ziehen,
seine Wohnungen nur noch an Leute mit ihm vertrauten Wertvorstellungen aus
gleichem kulturellem Ursprung zu vermieten, dann mache er sich strafbar: wegen
Diskriminierung, wegen Rassismus.
Vor einigen Wochen erst hat das Attentat von Islamisten auf Londons U-Bahn
die Weltöffentlichkeit aufgewühlt. Auch wegen der rasch eruierten
und verhafteten Täter: Es sind durchaus angepasste, scheinbar gut integrierte,
teilweise kurz vor der Tat erst eingebürgerte Muslime. Solche, die nach
Kreisens Integrationstheorie eigentlich nie Attentäter werden können
- aber dennoch wurden. Sollten Schweizer Zeitungsleser aus dieser beklemmenden
Erkenntnis zum Schluss kommen, Muslime - aus Sicherheitsgründen - generell
nicht einzubürgern, dann würden alle Schweizer, die - wohlbegründet
- so entscheiden, von Kreis und seiner Kommission kriminalisiert. Als Minderheiten
diskriminierende Rassisten. Zu solchen werden von der Antirassismus-Kommission
alle ernannt, welche sich den von gleicher Kommission angestrebten Zwangseinbürgerungen
widersetzen.
Demokratie, demokratische Entscheide haben sich anzupassen. Kreisens Kommission
wähnt sich als letzte, als rechtsprechende, als rechtsvollziehende, als
strafende, als höchste und letzte Instanz.
Ulrich Schlüer