Nr. 23, 15. Oktober 2004

Buchzeichen
Gulag
Von Nationalrat Ulrich Schlüer, Flaach ZH


Mit dem Bildband «Gulag» legt der Verlag Hamburger Edition ein ebenso eindrückliches wie aussergewöhnliches Dokument über die kommunistische Schreckensherrschaft in der Sowjetunion vor.

Die Straflager der Sowjetunion - ihrer beklemmenden, über das ganze Sowjetreich verstreuten Anzahl wegen von Alexander Solschenizyn «Archipel Gulag» genannt - waren Schauplätze von Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die zu den scheusslichsten im zwanzigsten Jahrhundert gehören - begangen im Namen von Kommunismus und Sozialismus. Als Einrichtung zur Eliminierung politischer Gegner entstanden sie bereits unter Lenin als Zwangsarbeitslager, in denen sowohl Kriminelle als vor allem auch politische Häftlinge gefangen gehalten wurden. Unter Stalin wurde die in diesen Lagern stattfindende Todschinderei bis zum Exzess perfektioniert. Unter Chruschtschow gelangte allmählich die Wahrheit über den Gulag - insbesondere dank Alexander Solschenizyn - sozusagen tröpfchenweise an die Öffentlichkeit.

Heute ist das Ausmass der im Gulag begangenen Verbrechen bekannt. Und allmählich erscheinen auch dokumentarische Werke über den Gulag. Sogar Bildbände. Und neuerdings legt eine monumentale, grossformatige, reich bebilderte Chronik eindrücklich Zeugnis ab von diesem dunklen Kapitel der Verfolgung Andersdenkender im Namen des Kommunismus. Dieses soeben von der Hamburger Edition herausgegebene Werk wird gleichsam Mahnmal eines besonders finsteren Kapitels Menschheitsgeschichte. Unter dem Stichwort «Niemals vergessen» gehört dieses Werk mit seinen erschütternden Bildern und eindrücklichen Textbeiträgen eigentlich in die persönliche Bibliothek eines
jeden Zeitgenossen, der Freiheit und Menschenwürde als unveräusserliche Errungenschaften schätzt und für diese Werte kämpft.



Nationalrat Ulrich Schlüer