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Der aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer vom 1. Oktober 2004

Nach der klaren Verwerfung der Einbürgerungs-Vorlagen

Würde

Sie - die Befürworter der Einbürgerungs-Vorlagen - wollten den Souverän zu einem Ja bringen, indem sie dem Volk gegenüber sehr wesentliche Informationen (etwa die rasch fortschreitende Muslimisierung als Folge von Masseneinbürgerungen) kurzerhand unterschlugen. Und indem sie als «zweite und dritte Ausländergeneration» Definitionen in die Vorlagen schmuggelten, die dem diametral widersprechen, was die breite Bevölkerung unter «zweiter und dritter Ausländergeneration» versteht. Sind solche Täuschungsversuche eines Parlaments und einer Bundesratsmehrheit würdig?

Das Volk hat das Täuschungsmanöver durchschaut. Dessen Erfinder konnten, in der letzten Woche vor der Abstimmung heller Panik verfallend, nur noch hilflos nach Blocher als «Retter in der Not» rufen: Nur er - den man vor einem halben Jahr ins EJPD regelrecht strafversetzt hatte - könne den Karren, den Vorlagen-Mischler gründlich in den Sumpf gefahren haben, noch aus dem Dreck ziehen. Entspricht solch kopflose geistige Wirre von Polit-Strategen der Würde von Regierungsparteien?

Blocher verweigerte sich den ihm zugemuteten Handlangerdiensten zugunsten alle Fassung verlierender Volkstäuscher. Und muss sich dafür Schelte vom Ständeratspräsidenten gefallen lassen: Da sei «Würde verletzt» worden! Sie, die völlig aus dem Konzept geratenen Volkstäuscher der sogenannten
Mitte-Parteien, ziehen jetzt ihre (vorläufig) letzte Karte: Wenn die SVP «sich bessere» (sprich: endlich ihre Wähler verrate), dann würden sie, CVP und FDP, dafür sorgen, dass der SVP von seiten der grossen Wirtschaftsverbände einige grössere Batzen zuflössen ...

Demonstrieren die FDP- und CVP-Koryphäen, wenn sie derart widerwärtige Lockvogel-Spiele mit Verbandsgeldern inszenieren, die ihnen zusagende Form von «politischer Würde»?
Für andere riecht solche «Würde» allerdings bedenklich nach Filz - oder nach Korruption.


Ulrich Schlüer


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