Nr. 21, 7. September 2001
Geldflüsse auf
Schweizer Banken
Flucht vor dem Euro
Im Vorfeld der Euro-Bargeldeinführung verzeichnen Schweizer Banken einen nie dagewese- nen Zustrom von Finanzmitteln aus den EU-Ländern, insbesondere aus Deutschland.
Die seit längerem feststellbare Kapitalflucht aus den EU-Ländern auf Konten von Schweizer Banken hat wenige Monate vor Einführung des Euro als Bargeld nochmals deutlich zugenommen. Während die Banken betonen, dass sie strenge Kontrollen durchführen und dass es sich beim zufliessenden Kapital ausschliesslich um deklariertes Geld handelt, gehen Politiker davon aus, dass auch Schwarzgeld im Spiel ist, dessen Anleger Schwierigkeiten beim Geldwechsel in die Euro-Währung befürchten.
Sowohl die Schweizer Grossbanken wie auch kleinere und private Geldinstitute verzeichnen seit einigen Wochen einen nochmaligen starken Anstieg der Kundengelder. Das meiste Kapital stammt aus Deutschland. Vom Zuwachs sind nicht nur Bartransaktionen, sondern auch alle anderen Finanzdienst- leistungen betroffen. Bei der Credit Suisse haben die Bargeld-Transaktionen im Vergleich zum Vorjahr um zwanzig Prozent zugenommen. Gemäss den kürzlich veröffentlichten Zahlen der UBS ist das von der Bank verwaltete Vermögen im zweiten Quartal des laufenden Jahres auf 718 Milliarden Schweizer Franken gestiegen, dass sind 28 Milliarden Franken mehr als im Quartal zuvor.
Ein Dorn im Auge ist der Kapitalschwund den Finanz- und Zollbehörden der EU-Länder. Der deutsche Zoll hat seine Kontrollen an der Grenze zur Schweiz massiv ausgebaut. Reisende nach der Schweiz werden bei der Ausreise auf das Mitführen von undeklariertem Bargeld kontrolliert.
Finanzexperten gehen davon aus, dass die Kapitalflucht aus den EU-Ländern in die Schweiz anhalten wird. Das zukünftige Ausmass des Geld-Transfers dürfte entscheidend von der Frage abhängen, als wie stabil sich die Euro-Währung gegenüber dem Schweizer Franken und anderen wichtigen Währungen erweisen wird.
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