Nr. 20, 15. August 2003
Wahlkampf-Kurs
in Berlin
SPS auf Schröders Spuren
SP-Präsidentin
Christiane Brunner und ihr General-
sekretär Reto Gamma haben im Frühsommer 2003 Wahlkampf-Lektionen
bei
Bundeskanzler Gerhard Schröder in Berlin besucht.
Im Schulungskurs unter
dem Titel «Kampa 02» lernten Brunner und Gamma die
Mätzchen und Tricks kennen, mit welchen Gerhard Schröder im vergangenen
Jahr
trotz miserabler Wirtschaftsbilanz ganz knapp seine Wiederwahl als
Bundeskanzler geschafft hat.
Die beiden Berlin-Wallfahrer scheinen ihre Lektion gelernt zu haben. Prompt
wurde die SP-Kampagne für die kommenden Nationalratswahlen in «Kampa
03»
umgetauft. Ein Budget von 1,025 Millionen Franken haben die Genossen dafür
bewilligt und drei volle Stellen dafür geschaffen, die von fünf
Personen
teilweise in Teilzeit-Anstellung besetzt werden. Der aus Deutschland
importierten Schaumschlägerei soll als erstes Produkt jenes Plakat
entsprungen sein, das mittels Diffamierung von Bundesrat Deiss für äusserst
zwiespältige Reaktionen auch innerhalb der SP-Fraktion gesorgt hat. Zu
den
weiteren aus Deutschland übernommenen Glanzideen gehöre die demnächst
anlaufende Grossverteilung von Regenjacken, von Traubenzucker (als
Mutmacher) und von Zündholzschächtelein. Äusserst originell!
Inzwischen sollen dem Vernehmen nach auch die SP-Frauen auf den Zug «Kampa
03» aufgesprungen sein. Beraten von Ruth Dreifuss, Lilian Uchtenhagen,
Gret
Haller und Liliane Maury Pasquier wollen die SP-Frauen dabei erreichen, dass
mindestens fünfzig Prozent der schliesslich gewählten SP-National-
und
Ständeräte weiblichen Geschlechts seien.
Im übrigen träumen die Genossen davon, durch die aus Deutschland
empfangene
Erleuchtung den SP-Wähleranteil von letztmals 21 Prozent auf neu 25 Prozent
steigern zu können.
Übrigens: Ob der SP-Kontakt auf höchster Ebene auch Leuenbergers
Ausverkauf
des Flughafens Zürich-Kloten ans deutsche Verkehrsministerium befruchtet
und
beschleunigt hat, ist derzeit noch Gegenstand genauerer Abklärungen.
Immerhin scheint es die zur Zeit bloss Gegenwind spürenden Linken zu
Berlin
im Innersten gefreut zu haben, dass ihnen wenigstens die Schweizer Genossen
noch so etwas wie politische Kompetenz zutrauen.
Ulrich Schlüer