Nr. 20, 31. August 2001

EU-Beitrittsabsichten schüren Spannungen
Der Cypern-Konflikt schwelt weiter

Seit nunmehr über fünfundzwanzig Jahren ist Cypern eine geteilte Insel. Griechen und Türken stehen sich unversöhnlich gegenüber. Die kürzlich geäusserte Absicht der griechisch-cyprio- tischen Regierung, Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union aufzunehmen, gibt dem Konflikt neue Nahrung.

Der türkische Teil Cyperns steht unter dem Schutz von 35'000 türkischen Soldaten. Die Türkei befürch- tet nun, mit dem Beitritt Cyperns zur EU beabsichtige die griechisch-cypriotische Regierung, von der EU eine Beistandsgarantie zu erhalten, dank welcher die Türken mit Hilfe einer EU-Eingreiftruppe von der Insel verdrängt werden könnten. Dies veranlasste den Führer der Türkisch-Cyprioten, Rauf Denk- tasch, die Zusammenarbeit mit der in Cypern eingerichteten Uno-Friedensmission, die mit 1'248 Blau- helmen die Grenze zwischen den beiden verfeindeten Volksgruppen sichert, aufzukündigen. Die Tür- kisch-Cyprioten würden EU-Verhandlungen der Griechisch-Cyprioten nur zulassen, wenn der türkische Teil Cyperns formell der Türkei angeschlossen würde, erklärt Denktasch.

Der Ausgang des sich verschärfenden Konflikts ist offen. Die USA, um ihren strategisch wichtigen Partner im östlichen Mittelmeer, die Türkei, besorgt, versuchen sich herauszuhalten. In die Vermittler- rolle wird mehr und mehr Grossbritannien gedrängt, eine der Garantiemächte Cyperns, weil Grossbri- tannien noch immer zwei Militärbasen auf Cypern unterhält, die formell britisches Hoheitsgebiet sind.

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