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Der
aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer vom 18.
August 2006
Muslimische Machtansprüche
Minarett-Militanz
Buchstäblich
in letzter Minute konnte eines der schwersten Terror-Verbrechen abgewendet
werden. Über tausend Leute, zufällig am vorgesehenen Tag Flugpassagiere,
hätten demonstrativ in der Luft zerfetzt werden sollen.
Der Dank dafür, dass das Terrornetz kurz vor Umsetzung dieser Wahnsinns-Tat
entlarvt werden konnte, gebührt dem britischen Nachrichtendienst. Überall
aber stellt sich die Frage: Wer sind die Täter? Wer plant, mehr als tausend
Unschuldige einfach per Flugzeug-Sprengung kollektiv umzubringen? Die Täter
sind bekannt: Es sind in England geborene, dort in zweiter oder gar dritter
Generation lebende, längst das Bürgerrecht besitzende Muslime.
Haargenau solche, für welche einige Einbürgerungs-Ideologen in der
Schweiz noch immer die pauschale Schnellbleich-Einbürgerung ohne Volksmitsprache
propagieren. Als wüsste man nicht, dass Anwesenheitsdauer allein noch
längst nicht Integration garantiert. Noch längst nicht die selbstverständliche
Respektierung unserer Rechtsordnung bewirkt, die dem Einzelnen jede Form von
Selbstjustiz schlicht und einfach untersagt. Die derzeit fanatischsten, skrupellosesten
Terroristen sind genau solche, für welche hiesige Einbürgerungs-Ideologen
jahrelang die privilegierte Massen-Expresseinbürgerung durchsetzen wollten
- und noch immer wollen.
Das Volk durchschaut die Realität weit besser. Deshalb wehrt es sich
gegen die pauschale Masseneinbürgerung von Muslimen. Deshalb wehrt es
sich auch gegen die Errichtung von Symbolen von religiös-politischem
Machtanspruch und sagt folgerichtig Nein zu Minaretten. Weil ein Minarett
mit der in der Bundesverfassung gewährleisteten Glaubensfreiheit nichts
zu tun hat. Wer Nein sagt zu einem Minarett, verbietet niemandem, seinen Glauben
zu leben. Das Nein zum Minarett gilt dem Symbol eines religiös unterlegten
politischen Machtanspruchs. Es gilt jenem Machtanspruch, der, wo er sich durchgesetzt
hat, für rigorose Verfolgung der Christen verantwortlich ist. Religiös
motivierten politischen Machtanspruch hat unsere Bundesverfassung nie geschützt.
Das Nein von Gemeindeversammlungen zu Minaretten ist damit als Absage an religiös-politischen
Machtanspruch vorbehaltlos zu respektieren. Verweigern demokratiefeindliche
Funktionäre und selbsternannte Volks-Umerzieher dem Nein diesen Respekt,
dann bliebe nur der Weg des Minarett-Verbots per Volksinitiative. Damit die
Schweiz nicht Schauplatz von Konflikten wird, die aus religiös motivierten
Machtansprüchen militanter Muslime resultieren. Denn solcher Schauplatz
kann - das hat sich in England mit bestürzender Brutalität gezeigt
- allzu rasch zum Nährboden für Gewalt und Terror von Fanatikern
werden.
Ulrich Schlüer