Nr. 18, 26. Juli 2002
Die Allüren des
Frank August Meyer
Elitär bis auf die Knochen
Die Zeitschrift "Facts" publizierte kürzlich (Ausgabe 26/2002) einen bemerkenswerten Artikel über Frank A. Meyer, Chef Publizistik und selbsternannte Moral-Instanz des Ringier Verlags.
In diesem Artikel werden Auszüge aus einem Brief Meyers an die Zürcher Schiffahrtsgesellschaft zitiert, in dem sich Meyer über den Lärm der letztjährigen Zürcher Street Parade wie folgt beschwerte:
"Letztes Jahr hatten Sie den Einfall, das, was die Street Parade-Veranstalter Musik nennen, von einem Schiff aus die ganze Nacht dröhnend über den Zürichsee und somit in die Ufergemeinden zu verbreiten." Auf Briefpapier des Ringier Verlags kündigte Frank A. Meyer sodann an: "Dieses Jahr werde ich Ihnen deshalb für diese Konsumation der Nachtruhe von mir und meiner Lebensfreundin, Frau Lilith Frey, Kulturchefin des "Blick", Rechnung stellen: nämlich zwei getrennte Zimmer in einem Jugendstil-Hotel, also entsprechend unserem Hause in Kilchberg, sowie zweimal Nachtessen und Frühstück in einem Restaurant der gehobenen Klasse, entsprechend unseren Essgewohnheiten." (Ende Zitat)
Dem ist eigentlich nichts mehr beizufügen.
Zur Information unserer Leser nur noch das: Die Zürcher Schiffahrtsgesellschaft hatte gemäss Auskunft ihres Verantwortlichen Hans Dietrich letztes Jahr zwei Schiffe in Zusammenhang mit der Street Parade im Einsatz. Das eine war während der Parade am Bürkliplatz stationiert, fuhr aber bereits um 22.30 Uhr in die Werft nach Wollishofen zurück. Das andere, welches an einen Party-Veranstalter vermietet worden war, traf noch früher, nämlich um 21.45 Uhr, in der Werft ein.
Luzi Stamm, Nationalrat, Baden