Nr. 18, 26. Juli 2002

Die negativen Folgen der zunehmenden Einwanderung
Der neue Turmbau zu Babel
Von Lubomir T. Winnik, Opfikon bei Zürich

Wie besessen bauten sie, bauten und bauten. Immer höher und höher. Weil sie Gott erreichen wollten, um ihm gleich zu werden. Dieses Ansinnen weckte den Zorn Gottes. So vermischte er sie und ihre Sprachen. Sie hörten auf, einander zu verstehen. Modern ausgedrückt: Die Kommunikation stimmte nicht mehr.

Darauf verwechselten sie die Baumaterialien: Statt Mörtel nahmen sie Sand, statt Ziegelsteinen Lehm. Und sie "krönten" damit das erste grosse multikulturelle Experiment: Der Turm zu Babel stürzte in sich zusammen.

Keinerlei Beschränkung?
Die Geschichte, selbst wenn sie biblischer Herkunft ist, kann sich wiederholen. Krasses Beispiel: die Invasion von illegalen Einwanderern auf die vermeintliche "Festung Europa". Im Zentrum dieser angeb- lichen Festung steht eine einst als besonders uneinnehmbar gefürchtete Bastion: die Schweiz. Ein Kleinstaat ­ allerdings mit der derzeit grössten Ausländerdichte auf dem ganzen Kontinent. Zu verdan- ken ist diese "Verdichtung" der ideologisch motivierten Politik von einflussreichen linken Parteien und Gruppierungen, Teilen der Kirche und der Wirtschaft. Uneingeschränkt setzten sie auf die sogenannte Multikultur ­ eine Fata Morgana, die nirgendwo in der Welt die ersehnte Harmonie zwischen den Rassen verwirklichen konnte. Und sie verordneten bedingungslose Grossherzigkeit allen Ankömmlingen gegenüber.

Dabei verweigerten sie dieselbe dem eigenen Volk: Läuft nicht jeder, der auch nur minimale Bedenken an ihrem Tun anmeldet, Gefahr, in die faschistische Ecke gestellt, allenfalls gar entsprechend verun- glimpft zu werden? Oder gar durch die "Antirassismus-Kommission" im eigenen Land polizeilicher Verfolgung ausgesetzt zu werden?

Natürlich sehen die "Progressiven" ­ so belieben sie sich zu betiteln ­ nichts Unmoralisches, geschwei- ge denn Totalitäres in ihrem Handeln. "Der Blickwinkel kommt auf den Sitzwinkel an", sagt eine Volks- weisheit. Dass der überhandnehmende linke Blickwinkel den Souverän fast zum Schweigen bringen konnte, war die Voraussetzung dafür, dass sich das Bauen am Multikulti-Turm fast unbehindert weiter- entfalten konnte.

Vorboten
Eine erste Keule gesellschaftlicher Kommunikationsstörung überraschte uns vor etwa zehn bis fünfzehn Jahren. Gleichsam aus dem Nichts tauchte damals ein grauenvolles Problem auf: die Drogensucht! Wie reagierte die aus ihrer wohligen Lethargie gerissene Gesellschaft? Durch Ratlosigkeit, Schuldzuweisun- gen, Tatenlosigkeit. Die Quelle des Übels liess sich scheinbar nicht identifizieren, obwohl sie auf der Hand lag: Das Gift kam mit den Dealern zu uns. Die Dealer kamen mit den neuen, grossen Einwande- rungswellen ins Land. Weil aber am Multikulti-Turm weiter gebastelt werden sollte, wurden schockie- rende Fakten heruntergespielt, beschönigt oder schlichtweg auf unsere eigenen, damals noch spärli- chen Drögeler abgewälzt.

Damit ging "das Schweizer Tor zur Welt" endlich auf. Das Nicht-Angehen des Problems wurde von den Linken als "Weltoffenheit" gepriesen. Gegen die Gegner des Laisser-faire, allesamt "helvetischer Abkapselung" beschuldigt, zogen schon bald besondere "Vertreter der neuen Offenheit" in Strassen und Quartieren zu Felde: Taschendiebe, Betrüger, Damentaschen-Entreisser, Zuhälter. Da wirksame staat- liche Repression gegen die Ausbreitung der Kleinkriminalität ausblieb, folgte den kleinen Gaunern die auserlesenere Verbrecher-Aristokratie: Bankräuber, Einbrecher, Vergewaltiger, Menschenhändler, Mörder, Mafiosi, organisierte Bandensyndikate...

Wie soll es weitergehen? Im Mittelpunkt stehen nicht bloss die kriminellen Ausländer, auch die uner- träglich gross gewordene Ausländerzahl insgesamt verlangt nach Antworten. Die richtige Antwort hätte die sowohl historische als auch biologische Erfahrung aller Kulturen geliefert: Dass übermässige Bevölkerungsdichte, selbst wenn die Gesellschaft heterogen bezüglich Herkunft ist, unvermeidlich zu Konflikten führt. Die "Stellungskriege" zwischen Nachbarn, welche eng zusammengepfercht wohnen müssen, kennen wir zur Genüge. Der Kommunikation droht gar der endgültige Kollaps, wenn diametral andere Mentalitäten und Lebensweisen aufeinanderprallen. Nicht weil die eine oder andere intolerant wäre. Sondern weil alle zueinander, aus ihrer Natur heraus, unerklärbar anders sind.

Seltsame Rezepte
Darüber lamentieren (wohl aus taktischen Gründen) neuerdings auch die linken Urheber der selbst- verschuldeten politischen Unzurechnungsfähigkeit (wie etwa SP-Nationalrat Mario Fehr oder SP-Natio- nalrätin Anita Fetz), indem sie kürzlich "entdeckten", dass in manchen unserer Schulen, z.B. im Kleinbasler Bläsi-Schulhaus, Klassen mit bis zu neunzig Prozent fremdsprachigen Kindern vorkommen! Nun wollen sie diese wahrhaft waghalsig selbstverschuldete, nationale Katastrophe beheben! Wie denn eigentlich? Wollen sie die Ausländerzahl reduzieren? Neue Einwandererströme verhindern? Soziale Hilfe den illegalen Einwanderern und dingfest gemachten ausländischen Kriminellen entziehen? Dem Schweizer sein verfassungsmässiges Recht auf unbehinderte, freie Meinungsäusserung zurückgeben?

O nein, nichts dergleichen! Die Schulklassen, sagen sie, müssten eben "gemischt" werden. Und da wir Skeptiker solcher Methoden in den Augen der "Progressiven" immer noch als unbelehrbare, "ungeho- belte" Volksmasse gelten, verlangen sie, dass diese Skeptiker so lange in "internationalem Geiste" zu hobeln seien, bis sie nicht mehr fähig seien, sich gegen die Selbstauflösung im Meer der Fremden aufzulehnen. "Dann sind wir die Ghettos los", orakeln die progressiven Schulmeister.

Menschlichkeit oder Macht?
Die Idee ist ­ aus Sicht ihrer Urheber ­ gar nicht so abwegig. Bestätigt sie diesen Urhebern doch, dass jeder Internationalist und deklarierte Antirassist in seinem Inneren ein Mensch von edlem Schlage sei. Als "Winkelried der Völker" opfert er ­ auf Kosten der Steuerzahler ­ Vermögen und Eigentum eigener Landsleute zugunsten von Bootsflüchtlingen, von illegalen Einwanderern, kurz: zugunsten all jener, die er im Lande behalten möchte. Er ist ­ mittels Rückgriff auf Steuergelder ­ bereit, für sämtliche Kosten aufzukommen, die ein Mensch zum Leben benötigt, und er garantiert all seinen Schützlingen Obdach, medizinische Betreuung, Bildung. Überdies verpflichtet er sich, auch für alle Kosten der Integration dieser Neuankömmlinge in unsere Gemeinschaft aufkommen zu wollen. Idee und Vorgehen sind gut, ja genial, meinen die "Progressiven". Ist ihnen dies auch ernst? Sind sie zufrieden damit, sich zwar ewig vorgaukeln zu können, "Superhumanisten" zu sein ­ dies allerdings auf dem Buckel der Steuerzahler? Sehen sie die Zweideutigkeit ihres Tuns nicht? Oder suchen sie bloss bequeme machtpolitisch-ideolo- gische Rendite ­ ohne dass sie dafür persönliche Entbehrungen auf sich nehmen müssen? Wird darum auf der "Multikulti"-Baustelle weitergebaut ­ immer höher und höher, bis... Wie schon in den verflosse- nen Jahrhunderten.

Lubomir T. Winnik