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Der
aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer vom 14.
Juli 2006
Solongo
Chinbat als Betrügerin entlarvt
Knüller geplatzt
Eigentlich
hätte sie zum ganz grossen Knüller in der minutiös geplanten
Diffamierungs-Kampagne des "SonntagsBlick" gegen Christoph Blocher
und sein "unmenschliches Asylgesetz" werden sollen: Die Geschichte
des bitterarmen, von allen verlassenen, minderjährigen Waisenkindes Solongo
Chinbat aus der Mongolei, das der herzlose Justizminister ins Gefängnis
stecken liess, um es ins ferne Ulan Bator abschieben zu können. Alles
wusste Ringiers Kampagnen-Chefstratege Frank August Meyer mit seinem "SonntagsBlick"
gegen Christoph Blocher in Stellung zu bringen: Die Kirchen, speziell der
Churer Bischof Amédée Grab, ereiferten sich sofort öffentlich.
Das Fernsehen organisierte willfährig einen "Club". Die Flüchtlingshilfe
übernahm die Rechtsvertretung des "armen Waisenkindes". Alt
Bundesrätin Ruth Dreifuss markierte öffentlich Abscheu gegen Blochers
Herzlosigkeit. Woche für Woche feuerte der "SonntagsBlick"
neue Salven ab, damit Dutzende von Leserbriefschreibern zu einer eigentlichen
Wut-Kampagne gegen Blocher aufhetzend.
Und dann zeigt sich: Nicht einmal der Name des angeblichen Waisenkindes stimmt. Es ist weder minderjährig noch arm, weder verlassen noch verwaist. Die junge Dame ist bloss eine skrupellose Betrügerin, mit bezahltem Schlepper in die Schweiz gekommen, überzeugt, dass es in der Schweiz für Asylanten am komfortabelsten sei.
Wie reagieren die Drahtzieher der geplatzten Kampagne? Ruth Dreifuss bekennt sich als "froh", dass "die Wahrheit raus" sei. Der hereingelegte Flüchtlingshilfe-Chefjurist Jürg Schertenleib klagt, dass bis vor kurzem nicht einmal die Behörden daran gezweifelt hätten, dass Solongo ein armes, minderjähriges Waisenkind sei. Schon wieder eine Unwahrheit. Als Rechtsvertreter der Mongolin wusste er genau, dass diese erhebliche Geldmittel in die Mongolei überwies. Und dass die Behörden längst an der Minderjährigkeit der Mongolin zweifelten. Doch für Schertenleib war die Kampagne gegen Blocher wichtiger als die Wahrheit.
Und was vernimmt man von
Ringiers Chef-Strategen Frank A. Meyer? Er, der schon Thomas Borer, seinerzeit
Schweizer Botschafter in Berlin, mit einer erlogenen Schmutzkampagne zur Stecke
bringen wollte, hüllt sich zum geplatzten Waisenkind-Knüller schlicht
in Schweigen. Sonst von Moral nur so triefend, glaubt er sich aus der geplatzten
Lügen-Kampagne einfach davonstehlen zu können. Für einen Kampagnen-Chefstrategen
ist Moral offenbar bloss selektiv verbindlich
Ulrich Schlüer