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Der
aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer vom 13.
August 2004
Die Interessen-Verflechtungen der Flüchtlings-Hilfswerke
Profit aus Betrug
Erstmals seit
Jahrzehnten entfaltet der Bund ernsthafte Anstrengungen zur Bekämpfung
und Ausmerzung des notorisch gewordenen Asylmissbrauchs. Erstmals seit Jahrzehnten
erfahren die Schlepper, die aus der Einschleusung illegaler Asylmissbraucher
Millionen abzocken, «geschäftsschädigenden» Widerstand
aus Bern. Erstmals werden Asylmissbraucher mit kriminellen Absichten durch
spürbare Bestrafung abgeschreckt. Es ist die unübersehbare Handschrift
Christoph Blochers, des neuen Justizministers, die da sichtbar wird.
Wie aber reagieren Medien, wie reagieren jene Kreise, die sich der Öffentlichkeit
mit Vorliebe im humanitären Mäntelchen präsentieren? Sie formieren
Widerstand. Als erster mobilisierte interessanterweise ein NZZ-Inlandredaktor
gegen Blocher. Auf dem Fuss folgten ihm die Funktionäre
der Hilfswerke, die Funktionäre der Kirchen, die Funktionäre der
öffentlichen Sozialbürokratien. Mit an Fadenscheinigkeit kaum überbietbaren
Argumenten: Wer, zwecks Verunmöglichung seiner Rückweisung in den
Herkunftsstaat, seinen Pass vernichte und seine Identität verberge, der
tue das gewiss nicht aus betrügerischer Absicht. Er sei bloss «traumatisiert
von seinen Flucht-Erlebnissen». Offenbar derart traumatisiert wie die
angeblich «erbarmenswürdigen Sudan-Flüchtlinge» auf
der «Cap Anamur», die sich, als der Schwindel aufflog, plötzlich
als illegale, von niemandem verfolgte
Nigerianer entpuppten.
Die Medien nehmen wacker Partei für die protestierenden Funktionäre.
Doch merkwürdig: Keinem Journalisten kommt es je in den Sinn, einmal
zu fragen, wie viele Millionen all die protestierenden Hilfswerke und ihre
Funktionäre aus Asyl-Administration und Asylbetrüger-Betreuung eigentlich
ziehen. Vom Staat, vom Steuerzahler ziehen. Warum bleiben - während von
allen Politikern akribische Offenlegung aller Interessen-Bindungen verlangt
wird - die finanziell äusserst gewichtigen Interessen-Verflechtungen
zwischen Hilfswerken und Funktionären einerseits, den für allen
Asylbetrug aufkommenden öffentlichen Kassen andererseits ein geradezu
unantastbares Tabu für alle Medien?
Etwa darum, weil die Aufdeckung solcher Interessen-Verbindungen allzu peinliche
Erkenntnisse liefern könnte? Weil offenkundig würde, dass die Asylfunktionäre
eigentlich die gleichen Interessen verfolgen wie die Schlepper? Saugen diese
Schlepper ihren Profit direkt aus den illegalen Einwanderern, so nehmen's
die Funktionäre, die wirksame Massnahmen gegen Asylmissbrauch verhindern,
einfach vom Steuerzahler. Beide ziehen sie Profit aus offensichtlichem Betrug.
Seltsame Interessengemeinschaft!
Ulrich Schlüer