Nr. 17, 13. Juli 2001
Krawall-Planung
Genua als Höhepunkt
Nach den Schlägerei-Krawallen um Davos, in Göteborg, in Salzburg und anderswo zielen die Gewalt-Chaoten jetzt auf Genua. In Genua findet Ende Juli das G8-Treffen der wichtigsten Industrie-Länder statt, wobei weittragende währungspolitische Fragen auf der Traktandenliste stehen. Die Krawall-Organisatoren arbeiten professionell.
Wichtigstes Arbeitswerkzeug ist das Internet. Drahtzieher werben ausserdem persönlich in den ein- schlägigen Szenen nahezu aller Grossstädte, wo sie Krawall-Teilnehmer systematisch rekrutieren. In Deutschland leisten PDS-Geschäftsstellen, besonders jene von Berlin (wo die PDS als Junior-Partner derzeit sogar die Stadtregierung mitbestimmt), tatkräftige Hilfe. Den Krawall-Teilnehmern leistet ein eigens geschaffenes «Reisebüro für Chaoten» alle für die Reise nach Genua erforderlichen Dienst- leistungen (Reisebillett, Bustransfer, Zwischenhalt mit Übernachtung, Teilnahme an besonderen «Parties»). Zur Frage der Gewalt äussern sich die Drahtzieher nicht konkret. Jeder müsse, meinen die Drahtzieher, «seine eigene Aktionsform finden».
Bereits finden konkrete Planungen statt, wie die erwarteten massiven Polizeisperren durchbrochen werden könnten. Unter Anlehnung an mittelalterliche Kampfformen werden Rammböcke vorbereitet, mittels Katapulten sollen Farbbeutel und tote Fische gegen Polizisten geschleudert werden. Der deutsche Verfassungsschutz meldet, eigentliche «Krawall-Trainer» seien am Werk, welche den teilnahmebereiten Krawallanten entsprechende Kampfmethoden vermitteln würden. Geplant sei auch eine «Aktion Gratiszug» in der Form, dass auf einem deutschen Bahnhof ein Zug Richtung Italien gewaltsam gekapert und zur Fahrt nach Genua gezwungen werden solle. Und all dies im Namen eines angeblichen «Kampfes gegen die Globalisierung».
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