Nr. 16, 29. Juni 2001

Paradies für Kiffer
Haschisch-Exportland Schweiz

Die Laisser-faire-Haltung der Behörden hat dazu geführt, dass heute in keinem Land Europas so viel Haschisch und Marihuana produziert wird wie in der Schweiz. Entsprechend gross sind die Rauschgiftmengen, die über die Grenzen in die benachbarten Länder geschmuggelt werden. Über diese Entwicklung machen sich die Polizei- und Zollbehörden der Nachbar- länder Sorgen.

Nicht erst seit sich die damals frisch gebackene Bundesrätin und Schweizer Justizministerin Ruth Metzler am 25. April 2000 in einem Zeitungsinterview für die Legalisierung des Cannabis-Konsums aussprach und seit der Bundesrat im Oktober letzten Jahres entschied, den Hanf-Konsum inskünftig erlauben zu wollen, gilt die Schweiz als Paradies für Haschisch- und Marihuana-Konsumenten. Die in der «Schweizer Hanfkoordination» organisierte Cannabis-Lobby geht davon aus, dass in der Schweiz im vergangenen Jahr auf rund 200 Hektaren mindestens 2'000 Tonnen Drogenhanf produziert worden sind. Dies ermöglichte die Herstellung von über 200 Tonnen Haschisch und Marihuana. Damit ist die Schweiz zum grössten Hanfproduzenten Europas geworden, grösser sogar als Holland. Die «Eidgenössische Kommission für Drogenfragen» spricht denn auch von einem Anbau des Drogenhanfs in «industriellem Ausmass». Die zuständigen Behörden greifen trotz des Cannabis-Verbots nur selten ein. Die Hasch- isch-Euphorie ist schon so weit gediehen, dass an der Expo.02-Arteplage in Yverdon-les-Bains ein «Hanfhügel» angepflanzt werden soll.

Die für Haschisch-Drögeler paradiesischen Zustände in der Schweiz haben einen blühenden Einkaufs- tourismus für Cannabis-Produkte entstehen lassen. Kiffer in ganz Europa wissen, dass sie in unserem Land besonders leicht an ihre Drogen kommen. Gemäss Bundesamt für Polizei werden aus der Schweiz «Drogenhanfprodukte in grösserem Umfang ins Ausland exportiert». Die Zollbehörden der umliegenden Länder haben eine massive Zunahme der Personen festgestellt, die Marihuana und Haschisch illegal über die Grenze schmuggeln wollen.

Die Laisser-faire-Haltung der Schweizer Behörden gegenüber dem Konsum und dem Anbau von Canna- bis-Produkten und der Aufstieg der Schweiz zum grössten Hanfproduzenten Europas haben in der internationalen Fachwelt Besorgnis ausgelöst. Deutliche Kritik an der eidgenössischen Drogenpolitik äusserten Drogenexperten der «Arbeitsgruppe Südwest», einer internationalen Arbeitsgruppe zur Bekämpfung des Rauschgiftschmuggels, die sich kürzlich in Wangen im Allgäu zu einer Tagung versammelt hat. Gemäss Angaben der Vertreter Deutschlands, Frankreichs und Österreichs wurden bei Personen aus der Schweiz noch nie so viele Cannabis-Produkte beschlagnahmt wie im ersten Quartal 2001.

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