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Der aktuelle Frontseitenkommentar von Chefredaktor Ulrich Schlüer |
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| Am 18. Juni 1999 zum Thema "Einreiseverbot für kriminelle Asylbewerber" | ||
| Zwei Geschichten Er machte sich einer kriminellen Tat schuldig, sass dafür in der Schweiz im Gefängnis. Nach Verbüssung der Strafe wurde er des Landes verwiesen. Nachdem er alle Rekursmöglichkeiten ausgeschöpft hatte, all seine Tricks und Mätzchen durchkreuzt werden konnten, wurde er von der Basler Polizei 1990 tatsächlich ausgewiesen. Mit Wiedereinreiseverbot. Jetzt ist er wieder da, der seinerzeit verurteilte und ausgewiesene Straftäter aus Kosovo. Seine Wiedereinreise gestaltete sich besonders komfortabel: Im Flugzeug, in Begleitung unserer Bundespräsidentin Ruth Dreifuss. Er gehörte zu jener Gruppe, welche die Bundespräsidentin anlässlich ihres Blitzbesuches in Mazedonien am 8. April vor laufenden Fernsehkameras und klickenden Fotoapparaten «spontan» zum Mitfliegen in die Schweiz eingeladen hatte. Das Einreiseverbot, redet sich Bern heute heraus, sei 1990 bloss für fünf Jahre ausgesprochen worden. Diese Frist sei abgelaufen. Der ehemalige Straftäter sei also «rechtens» hier, als Ehrenmann, spontaner bundesrätlicher Huld würdig... Es ist dem Rothrister Nationalrat Ueli Giezendanner zu verdanken, dass diese unglaubliche Geschichte an den Tag kam, die den Bundesrat zu peinlichen faulen Ausreden - die an der Sache nicht beteiligte Bundesrätin Ruth Metzler wurde vorgeschickt, diese zu präsentieren - zwang. Zeugnis, wie Bundesbern, von publizitätssüchtigen Akteuren dominiert, die Probleme mit den Balkan-Flüchtlingen «im Griff» hat. Die zweite Geschichte: Neuerdings werden grössere Plätze in schweizerischen Städten geradezu überfallartig von grösseren Gruppen Bettelnder mit Beschlag belegt. In Bern waren es Alte, am Bellevue-Platz in Zürich übers vergangene Wochenende junge Mütter und Kleinkinder. Alle aus Kosovo. Sie boten, als notleidende Flüchtlinge präsentiert, ein erbarmenswürdiges Bild. Viele Passanten spendeten. Wer genauer beobachtete, stellte alsbald Beklemmendes fest: Die Bettelnden hatten sich keineswegs spontan eingefunden. Sie wurden im Sammeltransport, per Bus herangekarrt. Später wieder eingesammelt und gesamthaft verfrachtet. Sie bettelten gar nicht für sich selber, waren vielmehr Erbarmen weckende Aushängeschilder einer wohlorganisierten Geldbeschaffungsaktion - nicht für Mütter und Kinder, nicht für Gebrechliche und Alte, sondern für die Kriegskasse der UCK-Kämpfer in Kosovo. Alles unter den Augen der Behörden. Dem Bundesrat, angesprochen auf diese berechnende, infame Ausbeutung des Mitleids der Öffentlichkeit, fiel dazu nichts ein, nicht ein einziges Wort. Bern ist lediglich nach wie vor sicher, das Asylproblem «im Griff» zu haben. Ulrich Schlüer Ihre Meinung interessiert uns! Sie erreichen uns unter: Zur persönlichen Homepage von Ulrich Schlüer |
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