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Bürgerlich-konservative Zeitung für
Unabhängigkeit, Föderalismus und Freiheit
Spalte rechts |
6,3 Milliarden Spalte rechts vom 29. Mai 1998 (Ausgabe Nr. 13) |
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| Es war am 14. Juni 1941, als die USA zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Krieg sämtliche in den USA lagernden Goldbestände der Schweizerischen Nationalbank handstreichartig und absolut rechtswidrig blockierten. Denn Amerika befürchtete (zu Unrecht, wie sich später herausstellte), die schweizerischen Goldreserven würden schliesslich ebenso den Nazis in die Hände fallen, wie schon die holländischen, die belgischen und andere Goldreserven den Nazis zur Finanzierung ihrer Eroberungszüge in die Hände gefallen waren. Ein schwerer Schlag für die damals von den Nazis völlig umzingelte Schweiz: Volle zwei Drittel ihrer Goldreserven ursprünglich aus Sicherheitsgründen in die USA transferiert waren urplötzlich nicht mehr verfügbar. In einem Zeitpunkt schwerster Bedrängnis, wo Gold als überhaupt einziges noch weltweit verwendbares Zahlungsmittel übriggeblieben war. Die Schweiz musste sich von 1939 bis 1945 ja nicht bloss mittels Grenzsicherung und mit Guisans Réduit-Strategie militärisch behaupten. Sie musste, wenn sie ihre Freiheit bewahren wollte, auch wirtschaftlich überleben. Gelingen konnte dies darin waren sich Armeeführung, Landesregierung und Nationalbank völlig einig einzig und allein mit einem unter allen Umständen stabil gehaltenen Franken, also einem mit Gold gedeckten und somit gesicherten Franken. Wie aber sollte die Nationalbank nachdem sie die USA absolut widerrechtlich der Verfügung über die in die USA transferierten Goldbestände beraubt hatten den Franken absichern, wenn nicht durch Zukäufe neuen Goldes, selbst wenn sich als Verkäufer fast nur noch die Deutsche Reichsbank anbot? Wer diese damals im Interesse des Überlebens einer selbständigen, dem Nazi-Zugriff entzogenen Schweiz verfolgte Politik heute kritisiert, der bestreitet der damaligen Schweiz letzten Endes das Recht der nationalen Selbstbehauptung gegenüber der verbrecherischen Nazi-Diktatur. Gab es denn überhaupt eine Alternative zu dieser Politik der Selbstbehauptung? Möglich gewesen wäre einzig noch die Preisgabe der Schweiz an die Nazis! Nicht nur das Schweizervolk hätte darunter schwerstens gelitten. Auch die Holocaust-Opferbilanz wäre um einige zehntausend Ermordete höher geworden; weder die schweizerischen noch die in die Schweiz geflohenen Juden hätten einen solchen «Anschluss» überlebt. Tatsachen, welche von den Kritikern der Schweiz derzeit lieber ausgeklammert werden. Weshalb bloss? Sind die damals von der Schweiz geretteten Juden für die Holocaust-Geschäftemacher zu New York ganz einfach zu wenig gewinnträchtig? Ulrich Schlüer |