Nr. 13, 25. Juni 2010
Angriff gegen die Familie
Sexualerziehung im Zeichen eines «neuen Menschenbildes»
Von Michael Kreuzer, Präsident Junge SVP Oberwallis
Die Zeiten, in denen noch Moral und Anstand, oder gar das christliche Menschenbild, die Leitblanken im Aufklärungsunterricht vorgaben, sind längst vorbei. Bereits in der Primarschule wird heute mit Dildos und Kondomen hantiert. Und nun fordern sogenannte «Sexualexperten» bereits Sexualerziehung im Kindergarten. Zu welchem Verhalten sollen die Kinder damit wohl erzogen werden? Die Frühsexualisierung der Kinder nimmt ihren Lauf, gefördert und finanziert von staatlichen Stellen.
Die Frühsexualisierung der Kinder, die heute Realität ist, wird meist den Medien zugeschoben. Das böse Fernsehen, das gefährliche Internet und primitive Zeitschriften seien daran schuld. Doch die wenigsten ahnen, dass unsere Schulen einen nicht unbedeutenden Beitrag dazu leisten.
Was geht ab im Unterricht
Oft werden im Unterricht Broschüren ausgeteilt, deren Inhalt schockierend ist. So wurden etwa im Wallis in der Primarschule Infobroschüren wie «Das kleine Körper ABC» verteilt. Unter der Rubrik «Geschlechtsverkehr» heisst es da z.B. «manche sagen auch vögeln». Weiter werden für die Kinder die Begriffe Penis und Scheide in «Pimmel und Muschi» übersetzt. Jeglicher Kommentar über die Niveaulosigkeit erübrigt sich. Das Überziehen von Kondomen, etwa auf Bananen oder Dildos ist bereits seit Jahren Standard in solchen Lektionen. In der Oberstufe wird dann auch die letzte Zurückhaltung fallen gelassen. Behandelte Themen sind etwa: Oralverkehr, Analsex, Gleitmittel, Masturbation usw. Wer nun glaubt, dass es bei der Erklärung der Begriffe belassen wird, irrt gewaltig. Es gibt teils regelrechte Aufforderungen zum Ausprobieren für die Jugendlichen. Ein Beispiel: «Wenn du Analverkehr ausprobieren möchtest, ist es wichtig …». Dieser Auszug stammt übrigens aus einer Broschüre der AIDS Hilfe Schweiz, welche massgeblich mit Steuergeldern mitfinanziert wird! Ob solche Aufforderungen eine sinnvolle Präventionsmassnahme darstellen, scheint mir fraglich.
Auch Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre
Nicht selten reagieren Kinder mit Ekel und fühlen sich überfordert. Doch dies scheint die sogenannten «Sexualexperten» nicht zu interessieren. Den Kindern werden diese Themen immer früher aufgezwungen, auch dann, wenn sie sich von ihrer Entwicklung her noch gar nicht damit beschäftigen wollen. Die Eidgenössische Kommission für Kinder und Jugendfragen (EKKJ) möchte nun die Sexualerziehung gar für obligatorisch erklären! Dispensationen dürfe es in Zukunft nicht mehr geben. Auf die Wertehaltungen der Eltern wird damit keine Rücksicht mehr genommen. Weiter sollen nun bereits unsere Kleinsten im Kindergarten mit diesen Themen genötigt werden. In einem für den Kindergarten empfohlenen Buch (Das bin ich von Kopf bis Fuss) werden gleich schon sämtliche Verhütungsmethoden beschrieben und es wird erklärt, wie Geschlechtsverkehr genau funktioniert. Wo bleibt da der Schutz unserer Kleinsten vor solchen mentalen Übergriffen? Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf ihre Privat- und Intimsphäre.
Einseitig und Ideologieverseucht
Der Sexualunterricht ist massiv durch eine Ideologie der sexuellen Freizügigkeit geprägt. Der Unterricht ist einseitig, da nur ein Weg im Bereich der Sexualität aufgezeigt wird und zwar jener von, tu was du willst, denn es gibt ja für alles eine Lösung, nämlich: Kondome, Pille und dergleichen und falls mal etwas schief geht, gibt es immer noch die Pille danach und schliesslich die von der Krankenkasse finanzierte Abtreibung. Dies nennen sie dann Gesundheitsförderung. In der Broschüre «Hallo Girls» der AIDS Hilfe Schweiz, heisst es dazu: «Ein Schwangerschaftsabbruch ist nicht gefährlich», was eine ungeheuerliche Verharmlosung des Vorgangs darstellt. Weiter wird noch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es nicht nötig ist, die Eltern über einen Abbruch zu informieren!
Ein neues Menschenbild
Vom Wert von Ehe und Familie, auch von den Nachteilen eines rein triebgesteuerten Sexualverhaltens und von den Vorteilen des bewussten Wartens auf den richtigen Partner wird nichts mehr vermittelt. Die kommenden Generationen sollen sich von ihren Gefühlen und Trieben steuern lassen und nicht mehr von ihrem Verstand. Wie es scheint, sollen wir den Tieren immer ähnlicher werden. Diese Entwicklung wird verheerende Folgen haben. Wie sollen aus diesem Hintergrund noch funktionierende Familien entstehen, Familien mit Vater, Mutter und Kindern? Und gerade dies wäre für unsere Gesellschaft doch so wichtig.
Aufforderung zu sexuellen Übergriffen
Dieses neue Menschenbild geht soweit, dass etwa die Stiftung, mit dem manipulativen Namen «Kinderschutz Schweiz» in ihrer neusten Elternbroschüre «Sexualerziehung bei Kleinkindern und Prävention von sexueller Gewalt» erklärt, dass Menschen bereits vor der Geburt sexuelle Wesen seien und dass weiter manche Kinder «kleine Impulse» bräuchten, «um sich sexuellen Themen anzunähern». Was solche skandalösen Äusserungen mit Kinderschutz zu tun haben sollen, ist schleierhaft.
Links dominierter Themenbereich
Präsidentin der Stiftung Kinderschutz Schweiz ist übrigens Nationalrätin Jacqueline Fehr (SP). Doch sie ist in guter Gesellschaft. Der gesamte Themenbereich ist von linker Seite dominiert. Der Homepage der SP Schweiz ist zu entnehmen, dass die Sozialdemokraten gar eine eigene Fachkommission für «sexuelle Orientierung und Identität» haben. Damit wollen sie die heutigen «Normen destabilisieren und ihrer scheinbaren Natürlichkeit berauben». Heterosexualität sei nicht mehr als normal und natürlich zu betrachten! Weiter will die Fachkommission «die Zwei-Geschlechter-Ordnung in Frage stellen und bekämpfen», was ein klarer Angriff gegen die Familie und damit gegen die Grundlage unserer Gesellschaft darstellt. Die SP fordert zusätzlich ein Gesetz gegen Diskriminierung, Adoptionsrecht für homosexuelle Paare und natürlich auch noch einen Lehrplan für Schulen, welcher «sexuelle Orientierung und Identität» beinhaltet. Damit sollen dann den Kindern möglichst früh die Sichtweisen und Ideologien der Linken eingeimpft werden.
Wir müssen uns wehren!
Im Wallis haben sich Eltern, Lehrer, Ärzte und andere besorgte Bürger zur IG Sorgfalt (www.sorg-falt.ch) zusammengeschlossen. Innert kürzester Zeit haben im Oberwallis über 400 Personen eine Petition unterschrieben. Daraufhin stoppte das Erziehungsdepartement das Verteilen von Broschüren. Doch dies ist nur ein Teilerfolg. Ziel ist es, Eltern und Politiker über die Problematik zu informieren, damit sich eine breit abgestützte Front gegen diese erschreckenden Entwicklungen zur Wehr setzt.
Michael Kreuzer